Musiktipp der Woche

Snarky Puppy (siehe Musiktipp der vergangenen Woche). Anspruchsvoller Jazz/Funk/Rock im Kollektiv von insgesamt 25 Musikern. Teil 2 des Livemittschnitts des Konzertes aus Köln (Live Music Hall) war am vergangenen Freitag in der Reihe “On Stage” im Deutschlandfunk zu hören. Jetzt in der Audiothek des Deutschlandfunks. Es heißt im Deutschlandfunk online zur Sendung:”Jazz, Rock, Funk, Fusion: Intensive musikalische Texturen, die bei engstem Zusammenspiel federleicht groovend klingen. Snarky Puppy – das ist verzerrte Trompete mit WahWah, Moog-Sythesizer und groovender Bass mit Oktaver. All das lieferten Snarky Puppy in der Live Music Hall, wo die US-Band im Rahmen ihrer Welttournee Station machte.”

Snarky Puppy Köln 2015

Musiktipp der Woche

Die Band Snarky Puppy beim Jazz Festival El Batel Auditorium in Spanien. (picture-alliance / dpa / Jose Albaladejo)

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Buchtipp: Thomas Bernhard

Ein Muss in meiner Literaturliste: Thomas Bernhard, am 12. Februar 1989 in Österreich gestorben. Er hat ja unzählig viele kleine und große Werke hinterlassen. Beispielhaft nenne ich eines, das ich köstlich fand: Holzfällen. Es ist natürlich unspektakulär, aber seine Gedankengänge sind einfach wieder einmal köstlich. Nicht lustig oder albern oder gekünstelt, nein, wie immer sehr treffend, bissig. Andreas Maier (siehe Blogbeitrag) hat übrigens über Thomas Bernhard promoviert. Von beiden werde ich weitere Bücher empfehlen.

Holzfällen ist die Geschichte eines »künstlerischen Abendessens« in Wien, in der Gentzgasse. Eine “Erregung”, wie es im Untertitel heißt. Der Ich-Erzähler, ein Schriftsteller, sitzt auf dem Ohrensessel und beobachtet die Gesellschaft, die auf den Schauspieler des Burgtheaters wartet, der versprochen hatte, gegen halb zwölf zu diesem Essen zu kommen. Ich kann es empfehlen, wenn man seine Schreibart mag oder kennen lernen möchte!

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Holzfällen

Buchtipp: Andreas Maier

Andreas Maiers Debutroman, im Suhrkamp Verlag 2002 erschienen, hatte ich vor Jahren gelesen. Es ist heute noch ein besonderes Buch für mich. Eine unaufgeregte, schlichte Welt der Wetterau bei Frankfurt wird mit Maiers einfacher, in keiner Weise gedrechselter oder gestelzter Sprache geschildert. Köstliches einfach aus dem Leben! Die Story: Sebastian Adomeit, Naturkundler und Ornithologe, wird zu Grabe getragen. Über sein Vermögen kursieren wilde Gerüchte, und Skandalöses munkelt man auch über seine Beziehung zur Schwester, die er vor vielen Jahren wegen eines unehelichen Kindes aus dem Haus gejagt haben soll. Adomeit hat seinen Tod so inszeniert, dass die Beerdigung ausgerechnet  am Pfingstsonntag stattfindet. Die angereiste Verwandtschaft und all die Sensationshungrigen im Dorf müssen sich aber zwei Tage gedulden, denn auch für die Testamentseröffnung ist vom Verstorbenen ein unpassender Termin festgelegt worden: der Pfingstdienstag, an dem man im Frankfurter Raum traditionell im Wald zusammensitzt und Wäldchestag feiert. Andreas Maier lässt seinen Erzähler berichten, was er in Kneipen, auf dem Friedhof, bei den Gesprächen zwischen den Einheimischen und Fremden aufschnappt, was ihm gebeichtet oder vertraulich als todsicher wahr hintertragen wird. So entsteht eine tollkühn erzählte Geschichte über einen gebeutelten Kerl, der der Welt auf beeindruckende Weise eine Nase dreht.

ÜBRIGENS: Auch in Der Spieler von Dostojewski (vgl. Blogbeitrag) geht es ja um den Nachlass einer Person. Alle erwarten diesen Nachlass.

 

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Wäldchestag

 

Musiktipp der Woche

Snarky Puppy? Nie gehört. Der Livemittschnitt eines Konzertes aus Köln (1.11.2015 in der Live Music Hall) wurde vergangenen Freitag Abend in der immer wieder interessanten Reihe “On Stage” im Deutschlandfunk gebracht. Der zweite Teil kommt am Freitag dieser Woche. Es ist nicht unbedingt einfach eine Band. Es ist ein “Kollektiv” von ca. 25 Musikern, von denen immer verschiedene auftreten. Man liest: “Teilweise schwer drückend wie die Brecker Brothers, dann federleicht groovend wie eine Soulband – stets jedoch mit höchstem musikalischen Anspruch. Und Snarky Puppy überzeugen längst nicht nur Fachkreise: Dass diese Musik beim Publikum ankommt, beweisen Millionen Klicks bei YouTube, sowie der Grammy Award 2013 – und eine ausverkaufte Deutschlandtournee im Herbst 2015.”

Auch hier empfehle ich: In Ruhe anhören – mit Kopfhörer am besten. Nur nebenbei laufen lassen kann nerven.

Hier der link zur Mediathek des Deutschlandradios. Erst den Text anklicken, dann den link, der sich zeigt:

Snarky Puppy am 1.11.2015 in Köln, Teil 1

Viel Spaß!

Musiktipp der Woche

Die Band Snarky Puppy beim Jazz Festival El Batel Auditorium in Spanien. (picture-alliance / dpa / Jose Albaladejo)

 

 

 

Eine Erzählung entsteht

Die Erzählung “Das Frühlingsfest” an der ich schreibe, ist jetzt nach einer weiteren Überarbeitung erst einmal bis zu Seite 29 eingestellt. 24.02.2016: bis Seite 44 02.03.2016: bis Seite 64 eingestellt.Weitere Seiten werden in Kürze folgen. Der Ort, der Anlass und zwei Personen werden zunächst vorgestellt. Zu finden ist sie oben in der Headerleiste unter “Eine Erzählung entsteht”. Gerne erwarte ich Kommentare jeder Art dazu.

 

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Politik: Flüchtlinge III

Ich bin kein Parteimitglied, bin auch nicht politisch extrem oder etwa seit Jahren politisch festgefahren. Ich gehe wählen, oft unterschiedlich. Zurzeit fühle ich mich hier in Bayern allerdings zunehmend unwohl. Und in Europa. Wo sind die Werte geblieben, für die wir leben? Sie werden gelebt, die Werte, hunderttausendfach – durch Eigeninitiative. Doch die Politiker diskutieren nur noch über Abwehrmaßnahmen. Natürlich gilt es, Lösungen zu finden für das große Problem des Flüchtlingsstromes. Doch Abschotten ist keine Lösung, ich folge darin Angela Merkel. Wenn man die schrecklichen Bilder aus Syrien sieht, kann man doch JEDEM nur sagen: “Ich verstehe Dich, ich würde auch fliehen!“. Ich denke, jeder würde das sagen! Wer würde sagen: “Bleib doch da!“? Dann aber – so machen es seit Wochen mit zunehmender Heftigkeit und unter völligem Verlust bayerischen Charmes vor allem unser Ministerpräsident Horst Seehofer und seine dumpfen CSU-Vasallen – über das Thema des Flüchtlingsstromes nur noch “abwehrend” zu reden  ist fürchterlich. Ich finde, eine Rede der SPD-Generalsekretärin der SPD Bayern, Natascha Kohnen, die von ihr am 2. Februar in der Plenarsitzung des Bayerischen. Landtags gehalten wurde, drückt das gut aus. Das anzusehen, lohnt sich! Das Video wurde im Internet bisher rund 750 000 Mal angesehen und auf Facebook rund 8000 Mal geteilt. Das ist mein heutiger Beitrag:

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Musik: Dimitri Schostakovitsch

Heute eimal ein gewagter Sprung in die Klassik. Ich bin kein Klassikspezialist. Aber ich nähere mich eben den Dingen. Natürlich kann man sagen: Es gibt wahrlich andere Probleme! Aber ich versuche, den Bogen zur Gegenwart zu ziehen. Mal sehen. Also habe ich mich ein wenig Dimitri Schostakovitsch gewidmet, einem der bedeutendsten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er ist erst 1975 gestorben! Auf BR-Klassik wurde vergangene Woche wieder einmal ein Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, dirigiert von Mariss Jansons, live aus der Münchner Philharmonie übertragen. Noch dazu seine wohl bekannnteste Symphonie, auf die mich meine Frau, Sandra, schon mehrfach aufmerksam gemacht hatte: Die 7. Symphonie, genannt die “Leningrader Symphonie“. Es geht um die Belagerung und Aushungerung Leningrads durch die Nazis im Frühjahr 1941. Schostakovitsch hatte fast die gesamte Zeit in Leningrad verbracht. Es heißt auch: Wann war die Entstehungsgeschichte eines großen symphonischen Werkes je so schicksalhaft in die tragischen Ereignisse der Weltgeschichte verflochten wie im Falle der Leningrader? Ich habe sie mir in Ruhe auf Kopfhörer angehört: wirklich sehr beeindruckend! Auch die 10. Symphonie wurde mir einmal empfohlen. Auch sie ist sehr beeindruckend! Der Bogen zur Gegenwart: Schostakovitsch hatte das Leningrader Drama aufgegriffen, war also damals sehr aktuell. Das zu wissen, verschafft einem fast die Gelegenheit, die Symphonie zu verstehen. Die Zeit vor der Belagerung, die Belagerung selbst … Schostakovitsch stand immer zwischen Stalinismus und der Kritik daran, wurde mal verächtet, mal wieder hoch geschätzt von Stalin. Und auch heute hat Musik eben oftmals aktuelle Bezüge. Darum geht es eben. Ich empfehle die Leningrader Symphonie!

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Musiktipp der Woche

Heute etwas sehr sehr Persönliches: Es jährt sich zum vierten Mal der Todestag meines Vaters, Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Horst Kuhlmann, er starb in der Nacht auf den 16.02., seinen 85. Geburtstag. Mein Vater war in der Nachkriegszeit ein hochaktiver Musiker mit Engagements in ganz Deutschland. Das Stück wird von Billy Gorlt gespielt. Billy Gorlt, lebend bei München, war ein von meinem Vater immer besonders geschätzter Klarinettist, den er auch persönlich kannte und engagierte. Mein Vater hat mit seinem ganzen Leben mir und meinen Geschwistern ein so sorgenfreies Leben ermöglicht, er war ein wunderbarer Mensch! Ich sage ihm mit dem heutigen Stück: DANKE! Bei diesem Musikstück muss man eventuell etwas warten, es verlinkt zu Spotify: Billy Gorlt Memories of You

 

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36  200x200 billy action Über Billy Gorlt von Gordon  Mc Carthy

 

Kammerspiele: Piketty lesen III

Wie gesagt: In den Kammerspielen wird alle 14 Tage weiter gelesen in diesem auch angeblich von Barack Obama gelobten Buch. Zwei junge VWL-Experten suchen die wesentlichen Passagen heraus, die gemeinsam gelesen werden, und sprechen über die Anmerkungen der Leser. Am Montag war erst der Erste Teil des Buches dran: Einkommen und Kapital.

Weiterhin viele Fragen, noch keine Antworten: Piketty stellt vor allem die Frage, warum eigentlich zwischen dem Arbeiter, der die “Rendite ” erarbeitet, und demjenigen, der sie erhält, so ein großer Unterschied sei. Das war schon immer so. Früher landete die Rendite der Arbeit beim Grundbesitzer, dann beim Eigentümer der Maschinen und heute ... . Die Frage, ob nicht die Erschaffer des Kapitals irgendwie mehr oder anders an der Rendite beteiligt sein sollten, ist in der Tat ein interessanter Ansatz.

Übrigens: Im verlinkten Interview der beiden Urheber des uraufgeführten Hörspiels zum 100ten Geburtstag des Dada(ismus) (siehe Blogeintrag) sprechen diese von der zunehmenden “Diktatur des Kapitals”. Mal sehen, was Piketty uns sagt. “… stellt sich die Frage, welche Verteilung der Wertschöpfung zwischen Arbeit und Kapital ‘richtig’ ist”, schreibt er ja auch. Er nennt einige Faktoren, die man dabei beachten muss, etwa, dass ja immer wieder Investitionen erforderlich sind etc. Und: Die Unterschiede innerhalb der Gruppen Arbeitseinkommen und Kapitalbesitz lässt er erst einmal unbeachtet, sagt er. Das wars schon wieder.

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