Musik der Woche

Zu Blogbeiträgen bin ich momentan aus Genesungsgründen nicht in der Lage. Daher nur die wöchentliche Musik. Ein Song, von dem man kaum weiß, dass er von Prince (Musik der vergangenen Woche) geschrieben wurde: Nothing Compares 2 You von Sinead O’Connor: Ein schönes Lied aus dem Fundus und eine Hommage an Prince.

Musiktipp der Woche

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Yehudi Menuhin

Es gibt Menschen, die mit ihren Fähigkeiten einen außergewöhnlichen Zugang zum Leben haben. Ein solcher Mensch war sicherlich auch Yehudi Menuhin. Gestern war sein 100ter Geburtstag, daher oft zu hören im Radio. Ein Blick auf ihn als Anregung:

Sein Spiel veranlasste z. B. Albert Einstein, liest man, an die Existenz Gottes zu glauben. „Nun weiß ich, dass es einen Gott im Himmel gibt“, soll der Physiker 1929 nach dem Auftritt des zwölfjährigen Yehudi Menuhin ausgerufen habe. Das Konzert in der Berliner Philharmonie, wo Menuhin drei Violinkonzerte hintereinander gab, sei ein sensationeller Erfolg gewesen, der Beginn einer Weltkarriere. Sein intuitives, spontanes und zugleich reifes Spiel habe seinen Ruhm als ‚zweiter Mozart‘ begründet. Yehudi Menuhin wurde zum Lord geadelt, mit Auszeichnungen überhäuft. Yoga half ihm aus Krisen. Menuhin hatte eine der längsten Musikerkarrieren überhaupt. Das Jubiläumskonzert des Berliner Philharmonischen Orchesters 1982 habe er eine Weile lang aus dem Kopfstand heraus mit seinen Füßen dirigiert. Etc. Er war Violinist, Dirigent, Schriftsteller, sehr engagierter Humanist.

 

Musik der Woche

Heute ist Prince gestorben.  Sein bürgerlicher Name war Prince Rogers Nelson. Er wurde nur 57 Jahre, hatte in den letzten Wochen an einer Grippe gelitten und kam ins Krankenhaus. Gestorben ist er auf seinem Anwesen in Minnesota. Sein Album „Purple Rain“ von 1984 gilt vielen als eines der besten Alben der Pop-Geschichte. Er sang, spielte Gitarre, Klavier und andere Instrumente. Sein legendäres Lied Purple Rain ist natürlich die Musik der Woche. Hier eine wunderbar lange Version, in der man ihn auch wunderbar sieht.

Musiktipp der Woche

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Musiktipp der Woche

Ein Wahnsinnsauftritt: Beth Hart performt im Paradiso/Amsterdam live Am I The One. Sehenswert, mit was für einer Kraft sie die Frage stellt: „Bin ich die Eine, die Du liebst?“ Unglaublicher Blues/Rock, sie hat auch eine unglaubliche Powerstimme. Es ist ja auch eine entscheidende Frage. Ein etwas längeres Video (dafür, dass es ein Song ist), aber es lohnt! Es lohnt sich genauso, bei Youtube nach Auftritten von Beth Hart zusammen mit dem Gitarristen Joe Bonamassa zu suchen! Ein Konzert findet man dort. Ein wunderbar kraftvolles Duo! Beth Hart hatte übrigens einmal die Rolle der Janis Joplin im Musical Love, Janis gespielt (siehe Blogbeitrag Musiktipp der Woche zu Janis Joplin). So zeigen sich wieder Verbindungen.

Musiktipp der Woche

 

 

 

Namen, die genannt werden können

Zwei Erwähnungen, beide sind nicht Mainstream, sie passen aber in den Blog: Wolfgang Koeppen beschrieb intensiv die Wirklichkeit nach dem II. Weltkrieg, Henri Michaux lebte auch in der Zeit, strebte aber gegen die Wirklichkeit als der „Niederlage des Menschen“.

Innen und Aussen, könnte man sagen. Henri Michaux suchte immer das, was in ihm drin ist – auch unter Drogen (Mescalin), während Wolfgang Koeppen den äußeren Zustand der Nachkriegszeit beschreibt, um davon ausgehend Befindlichkeiten darzustellen.

Wolfgang Koeppen: Wer sehr gute Literatur lesen möchte, die unglaublich facettenreich die Stimmungslage der Nachkriegszeit in Deutschland darstellt, dem muss der kaum mehr bekannte Autor Wolfgang Koeppen empfohlen werden. Wolfgang Koeppen wurde durch seine „Trilogie des Scheiterns“ bekannt, durch die er sich den Ruf eines bedeutenden Autors der Nachkriegsliteratur erwarb. Wolfgang Koeppen wurde am 23. Juni 1906 in Greifswald geboren und starb am 15. März 1996 in München. Die Trilogie entstand Anfang der 1950er Jahre und setzt sich aus den Romanen Tauben im Gras (Ort: München), Das Treibhaus (Ort: Bonn) und Der Tod in Rom (Ort: Rom) zusammen. Es ist schwer, Literatur zu finden, in der Personen und ihre alltäglichen Situation in langen Sätzen umfassender und assioziativer dargestellt werden. Viele Personen, die Werke erfordern Konzentration, sind aber besonders.

Man swimming in sea with scuba mask stock photo

    

 

Henri Michaux: Kürzlich in einer Münchner Galerie (Galerie van de Loo): Ausstellung von Bildern und Lesung von Texten von Henri Michaux. Der interessante Münchner Verleger Michael Krüger hielt einen Vortrag. Michaux wurde am 24. Mai 1899 in Namur (Belgien) geboren und starb am 19. Oktober 1984 in Paris. Er war Dichter und Maler und gilt als einer der großen Einzelgänger in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Er sah die Systeme der Wirklichkeit, sah Kunst aber als Möglichkeit, über das Wirkliche hinauszudenken. ZEIT – Online schrieb einmal: Die Dichtungen Henri Michaux’ sind Ausdruck einer tiefgründigen Revolte gegen unsere alltägliche Welt, die zwar von Menschen für Menschen gemacht wurde, aber, wie Michaux meint, mehr von der Niederlage des Menschen als von seinem Sieg zeugt.

Musiktipp der Woche

Es entsteht langsam unter „Musiktipp der Woche“ ein hoffentlich recht schönes Potpourri an Musikclips. Alle zusammen findet man unten im „Footer“-Bereich in der Kategorie „Musiktipp“. Die Übersicht anzusehen, wird ganz langsam interessant. Heute ein Stück einer (noch) nicht sehr bekannten (?) Gruppe namens Amason. Es heißt Went to War. Allein die Instrumente, mit denen sie spielen! Und die Typen!

Und: In der kommenden Woche kommt ein irrer Auftritt!

Musiktipp der Woche

Hier:

 

 

Kinofilm: Mein ein, mein alles

Selten genug, ein Kinobesuch. Es ist ein französischer Film (Mon roi). Es geht, sagt man, um eine „amour fou“, eine zerstörerische Liebe, über die die Frau in einer Rehaklinik nach einem Skiunfall nachdenkt. Beide haben sogar ein Kind (vielleicht ca. 13 Jahre alt, als der Unfall passierte), sind mittlerweile aber geschieden. Er das (narzisstische) Arschloch und sie fällt immer wieder drauf hinein. Sogar nach der Scheidung. Man kann den Film auch folgendermaßen interpretieren: Er verkörperte alles, was die reiche westliche Welt ausmacht, kommt aber eigentlich nicht damit zurecht: Geld, schlechten Witz, ein schönes Auto, eine teure und große Wohnung, teures Essen (Kaviar), Feiern, Drogen, extremes Verhalten, Schulden, Frauen (Models),  etc. Er scheint nicht sehr liebesfähig. Sie fällt aber auf all das rein, auf den Schein der schönen Welt, obwohl sie etwas anderes sucht. Sie ist Teil des Ganzen (Anwältin), will aber doch eine richtige Liebe. Sie ist sehr verliebt, sie heiraten, er will das Kind, sagt er jedenfalls. Eigentlich träumt sie aber von etwas, was sie bei ihm nicht findet. Irgendwann sagt sie ihm auch: „Ich glaube, ich kenne Dich garnicht!“. Seine Scheinwelt.

Und andererseits sie (Mitte 40?) in der Rehaklinik: Dort hat sie mehr und mehr Zugang und Nähe zu jungen Mitpatienten, die zum Teil arabischer Herkunft zu sein scheinen (sie reden über ihre Namen und ihr Aussehen). Jedenfalls sind es – um nicht zu sehr auf religiöse Unterschiede abzustellen, das will der Film sicher nicht – junge Menschen, die nicht gerade durch Reichtum auffallen. Sie freundet sich, obwohl sie etwas älter ist, mit ihnen an, hat Spaß mit ihnen. So, wie sie es wohl gerne hätte. Das Nicht-Reiche – vorsichtig auch: das Arabische – wird somit als das für sie Angenehmere dargestellt. Also ein gesellschafskritischer Aspekt! Und am Schluss sieht sie ihn nur noch distanziert an. Hat sie etwas gelernt? Das bleibt leider doch offen.

Film Reel stock photo

 

 

Sodom und Gomorrah

Die Begriffe Sodom und Gomorrah waren Grund einer kleinen Recherche. In einem Buch von Wolfgang Koeppen (Tauben im Gras) – zu dem ein Beitrag folgen wird – wird Sodom erwähnt. Wikipedia hat heute gedient, um etwas „Genaueres“ zu erfahren:

Gott sucht Abraham in Gestalt dreier Engel auf, um ihm mitzuteilen, dass er vorhabe, die Städte Sodom (wo sich Abrahams Neffe Lot aufhält) und Gomorra zu zerstören, wenn das sündige Verhalten ihrer Bewohner so schlimm sei, wie ihm zu Ohren gekommen war. Abraham fragt Gott, ob er Schuldige und Unschuldige ohne Unterschied vernichten wolle. Gott versichert ihm, dass er Sodom verschonen werde, wenn sich zehn anständige Menschen darin finden. Diese Zahl ist im Judentum bedeutsam: Wenn zehn Männer zum Gottesdienst zusammenkommen, gibt es eine jüdische Gemeinde, kann ein vollständiger Gottesdienst gefeiert werden.

Um zu sehen, ob das Klagegeschrei über Sodom der Wahrheit entspricht, schickt Gott zwei Engel zu Abrahams Neffen Lot nach Sodom. Lot nimmt die beiden Engel gastfreundlich auf. Die Einwohner fordern, dass Lot ihnen seine Gäste übergebe, weil sie mit ihnen gewaltsam sexuell verkehren wollen. Lot bietet den Sodomitern zum Schutz seiner Gäste und der heiligen Gastfreundschaft stattdessen vergeblich seine jungfräulichen Töchter an.

Nachdem sich keine zehn Gerechten in der Stadt fanden und sie deshalb dem Untergang geweiht ist, wollen die Engel Lot und seine Familie vor dem Untergang retten und schicken sie aus der Stadt. Lot und seine Töchter können sich in Sicherheit bringen und werden im Folgenden von Gott beschützt. Sodom und Gomorra werden von Gott vernichtet, indem er Schwefel und Feuer auf sie herabregnen lässt. Als Lots Frau – entgegen einem von den Engeln ausgesprochenen Verbot – auf die Stadt zurücksieht, erstarrt sie zu einer Salzsäule.

Sowohl im Tanach als auch im Talmud, aber auch in den Evangelien nach Mathäus und Lukas (Altes Testament) ist Sodom vor allem ein Symbol für Fremdenfeindlichkeit und den Bruch der Gastfreundschaft, nach Ez 16,49 auch für Hochmut und Geiz. In der späteren christlichen Tradition wird die Stadt mit der Sünde der Wollust und schließlich mit dem „Laster wider die Natur“ (Sodomie) in Verbindung gebracht.

Mit der Geschichte um den Propheten Lot und der vermeintlichen homosexuellen Handlungen seines Volkes wird auch das Verbot von Homosexualität im Islam begründet.

Das Bild: Sodom von Peter Paul Rubens.