Theaterwelten

Nach hinten schauen und zurückblicken ist immer mal angebracht und hilfreich. Aber auch nach vorne sehen, auf Neues zugehen, Entwicklungen aufgreifen, dazu Stellung beziehen, das ist mindestens genauso wichtig. Und dazu hilft das ein oder andere Theater auch. Manche  Theater verändern sich derzeit. Wie so vieles momentan. Extreme Veränderungen erlebt derzeit das Publikum der Münchner Kammerspiele. Was hier – an den Kammerspielen – passiere, sei “ein Stück Theatergeschichte”, sagte kürzlich Phillipp Ruch, Gründer des Berliner Zentrums für politische Schönheit. Die letzten beiden Aufführungen der Kammerspiele zeigten wieder einmal den Gegensatz: Am Sonntag  war die absolut klassischer Aufführung der Maria Stewart von Friedrich Schiller. Die Geschichte der zaudernden englischen Königin Elisabeth und der gefangenen schottischen Königin Maria Stewart. Es wirkte schon fast unzeitgemäß. Macht und Recht, ein Dauerthema. Man konnte sich aber fast verhohnepiepelt vorkommen. Alte Sprache, karge Bühne, starr stehende Schauspieler, kein Gegenwartsbezug etc.  Hat auch was, aber trotzdem! Warum? Am Montag war dann eine Aufführung nach dem Roman  America von T. C. Boyle. Die tragische Geschichte von mexikanischen Einwanderern und amerikanischer Abschottung. Es war die sehr aufwühlende umfangreiche Erzählung des Romans von T. C. Boyle in vielen wunderbaren Bildern, wunderbaren Szenen, mit guten schauspielerischen Leistungen, mit Film, Bildern, Monologen, Dialogen, Aktualität (Ausschnitte von Reden von Donald Trump wurden eingespielt), wechselnder Bühne etc. Wer hingehen kann: Ich empfehle beides, besonders Amerika von T. C. Boyle.

Gesehenes

 

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Musik der Woche

Der Rhythmus der Blogbeiträge ist derzeit träge. Es heißt ja auch Beiträge und nicht Beiflott. Aber es wird sich sicher wieder steigern. Hier eine Musikerin, von der man hört, dass sie Ende Mai ihre neue CD veröffentlicht.Leyla McCalla mit “A Day for the Hunter, a Day for the Prey”. Seltsam, der Song heute hat meines – laienhaften – Erachtens gewisse Ähnlichkeiten mit dem letzten Musiktipp, in dem Amason vorgestellt wurde.Ihre Stimme, das Lied, das Arrangement, der Musiker mit Vollbart. Sie spielt allerdings mit klassischen Instrumenten.

Leyla McCalla ist gebürtige New Yorkerin, ihre Eltern kommen aus Haiti.  Sie singt auf Französisch, haitianischem Kreol und Englisch.

Auf ihrem neuem Album erzählt sie von ihren Erfahrungen als Tochter haitianischer Immigranten und von ihrem Leben in Louisiana. Es gebe zahlreiche Querverbindungen zwischen Haiti und Lousiana.

Leyla McCallas Lieblingsinstrument ist das Cello. “Es kann traurig klingen oder fröhlich, schroff, eindringlich oder leicht”, sagt sie.

Zu hören war sie heute nachmittag auf Deutschlandradio Kultur.

Musiktipp der Woche