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Heute ist aufgefallen, dass der Blog seit Wochen nicht mit Facebook verlinkt ist. Schade, aber alles kann noch gelesen und gehört werden! Für Interessierte: Es sind in letzter Zeit etwas weniger, aber folgende Beiträge erschienen:

Immer wieder die Liebe
Musik der Woche
Nachtrag zu Ulysses von James Joyce
Bloomsday
Buchtipp
Musik der Woche
Gesehenes
Gelesenes
Theaterwelten
Musik der Woche
Musik der Woche
Yehudi Menuhin
Musik der Woche
Hinweis
Musiktipp der Woche
Namen, die genannt werden können
Musiktipp der Woche
Kinofilm: Mein ein, mein alles

Businessman press on digital screen, digital layer effect, busin stock photo

 

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Immer wieder die Liebe

Es geht immer wieder auch um die Liebe, wer braucht sie nicht? Allein in den letzten Tagen traf ich auf folgende Darstellungen:

Münchner Kammerspiele : Premiere “Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech”

Hier geht es unter anderem um die Unfähigkeit, in der Arbeitswelt eines Unternehmens Nähe zu bewerkstelligen, die verkrampfte Unfähigkeit, sich dort ehrlich und privat auszudrücken. Der japanische Regisseur und Autor Toshiki Okada bringt „Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech”, das schon an vielen Orten Erfolg hatte, auf die Bühne der Kammerspiele. In dem Stück (eine kleine, sehr gelungene Trilogie) geht es zunächst um das Leiden der Leiharbeiter eines Unternehmens, die den Abschied einer Kollegin planen, aber Angst um ihren eigenen Job haben (Hot Pepper), die Klage einer Mitarbeiterin über die Klimaanlage, die ein Arbeitskollege – völlig unfähig, hilflos, aber urkomisch und tragisch – zu einem Annäherungsversuch nutzen will (Air Conditioner) und schließlich um die fast traurige, auch hilflose Abschiedsrede der Leiharbeiterin (The Farewell Speech) vor den Kollegen. Das Stück ist noch mehrfach zu sehen, aber kurzfristig!

Filmfestes München BEAT BEAT HEART von Luise Brinkmann

Der schöne Abschlussfilm einer Studentin der IFS Internationale Filmschule Köln. Alles improvisiert, gut und sehr glaubhaft gelungen! Ein Aspekt: Der Glaube an die romantische Liebe, Kerstin denkt an ihren Ex-Freund Thomas, auf dessen Rückkehr sie immer noch hofft. Ein anderer Aspekt: Statt ihm steht Kerstins Mutter Charlotte vor der Tür, Mitte 50, jüngst von ihrem Partner getrennt. Sie zieht in Kerstins WG ein und lässt sich von einer weiteren Mitbewohnerin dazu inspirieren, sich eine Dating-App zum Kennenlernen neuer Herrschaften hochzuladen. Alle Versuche scheitern. Weiterer Aspekt: Kerstin verliebt sich wieder, bekommt Ärger mit der bisherigen Freundin des  Begehrten. Weiterer Aspekt: Die Mitbewohnerin, die zwar Sex will, aber keine Beziehung. Weil das nur zu Komplikationen führen würde. Alles in kleinem ruhigen Rahmen erzählt, ohne “Action”. Und durch die konsequente Improvisation sehr glaubhaft, humorvoll. Der Film ist im Rahmen des Filmfestes München noch zu sehen am Mittwoch (HFF) und am Freitag (ARRI Kino). Es wird sich danach herausstellen, ob er auch ins Kino kommt.

Demnächst:

Dieses Jahr erscheint (hoffentlich) noch meine Erzählung “Das Frühlingsfest“, in der es um eine Gruppe Jugendlicher geht, deren unterschiedliche Beziehungssschwierigkeiten unter anderem dargestellt werden. Neben anderen Ereignissen. Man kann die Erzählung auch hier im Blog lesen! Siehe oben im Header des Blogs.

Und: Dieses Jahr erscheint hoffentlich auch noch ein kleines Buch “Momente” mit einer Auswahl meiner Gedichte – auch die Liebe wird mehrfach Thema sein – und Fotografien dazu von Gregor Kuhlmann. Ich gebe Bescheid, wenn es – in Kürze – soweit ist.

Love card in many languages - valentines day stock photo

Musik der Woche

Asaf Avidan, Reckoning Song ist der Ursprungssong. Gespielt wurde gestern im (wiederholten) Tatort die Remix-Version des Berliner Musikers und DJs Wankelmut, die One Day heißt. Das offizielle Musikvideo zu One Day wurde seit der Veröffentlichung auf YouTube im Juni 2012 bis Juni 2013 über 100 Millionen Mal angesehen.

Asaf Avidan wurde am 23. März 1980 in Jerusalem geboren, ist ein israelischer Folk-Rock-Musiker. Sein Gesang wird teilweise mit dem Janis Joplins oder Robert Plants verglichen. Es wechseln sich Falsettstimme und tiefere Stimmlagen ab.

Speziell das Video des Remix von Wankelmut beeindruckt. Es zieht in den Bann. Erzählt wird eine an sich harmlose Story von drei Personen, die in irgendeiner Stadt eine Nacht lang unterwegs sind. Es hat Erotik und irgend etwas, das am Rande des Üblichen liegt, aber vielleicht viel öfter stattfindet, als man meint. Das Mädchen küsst und kümmert sich ausschließlich um den Blonden, Bartlosen. Anscheinend ein neuer Freund, während der bisherige dabei ist und auch “mitfeiert”. Am Ende sind aber alle drei vereint. So ist es eben auch. 

Musiktipp der Woche

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachtrag zu Ulysses von James Joyce

Hier sind noch ein paar grundlegende Angaben zum Wahnsinnswerk Ulysses von James Joyce:

Das Leben von James Joyce:

Geboren wurde er am 2. Februar 1882 in Rathgar, heute ein Stadtteil von Dublin. Er lebte 1882 – 1905 in Dublin, 1905 – 1914 in Triest, 1915 – 1920 in Paris und Triest und 1920 – 1941 in Paris und Zürich. Er starb am 13. Januar 1941 in Zürich

Warum im Ulysses der 16. Juni 1904?

Am 16. Juni 1904 traf Joyce seine spätere Lebensgefährtin Nora Barnacle zum ersten Mal.

Stream of consciousness:

Das Stilelement des so genannten „stream of consciousness“ (Bewusstseinsstrom) wird zum ersten Mal ZENTRALES Gestaltungselement eines Romans. Eine Erzähltechnik, die scheinbar in ungeordneter Folge Bewusstseinsinhalte einer oder mehrerer Figuren wiedergibt und den Leser umso mehr einbezieht. Es gibt keinen Erzähler, es gibt nur unmittelbar die Personen. Die Technik wurde von Leo Tolstoi für seinen Roman Anna Karenina erfunden. Beispiel auch Virginia Wolfe, Die Wellen.

Je nachdem, mit welcher Person Joyce den Bewusstseinsstrom synchronisiert, passt sich der Text der jeweiligen Person an. Handelt oder denkt etwa Stephen Dedalus, der Intellektuelle, so hebt sich das Sprachniveau, lateinische Zitate werden eingefügt, der Satzbau wird kompliziert. Fokussiert sich die Aufmerksamkeit auf drei Mädchen, so nimmt der Text die Gestalt einer spätviktorianischen  Liebes-Schmonzette an. Im 14. Kapitel („Die Rinder des Sonnengottes“) wird etwa das Wachstum eines Kindes im Mutterleib sprachlich symbolisiert, indem der Text sich vom Altsächsischen bis zur modernen hiberno-englischen Umgangssprache entwickelt. Mit Hilfe wechselnder Sprachstile vollzieht der Text gleichsam die Ontogenese der englischen Sprache bis hin zu moderner irisch-englischer Umgangssprache. Mit der Geburt des Kindes erblickt gleichzeitig die Gossensprache das Licht der Welt.

Das siebte Kapitel („Äolus”) ist vollständig in Form kurzer Zeitungsartikel verfasst.

Das letzte Kapitel, der berühmte Schlussmonolog von Blooms Frau Molly, „Penelope“ genannt, besteht aus acht langen Sätzen ohne Interpunktionszeichen, die den Leser Mollys Bewusstseinsstrom miterleben lassen.

Entstehung des Romans:

Die vollständige Erstausgabe erschien 1922, verlegt durch Sylvia Beach, Besitzerin der Buchhandlung Shakespeare and Company in Paris, gekürzt um Passagen, die als obszön galten. Die erste vollständige und von Joyce autorisierte deutsche Übersetzung durch Georg Goyert erschien 1927.

Bezug zur Odyssee:

Parallel zu Homers Versepos „Die Odyssee“ gliedert sich Ulysses in drei große Teile: Telemachie, Odyssee, Nostos. Diesen sind die 18 Episoden aus dem Epos auch thematisch zugeordnet.

Das Gorman-Gilbert-Schema:

Der Roman besitzt keine Kapitelüberschriften. Der Autor hat befreundeten Personen Schemata überlassen, die jedem Kapitel ein Organ, eine wissenschaftliche Disziplin, eine Farbe, ein Symbol, eine Technik zuordnen und die jeweiligen Protagonisten der Handlung mythischen und literarischen Personen zuordnet. Die bekannteste und umfangreichste Version dieses „Schlüssels zum Roman“ ist das so genannte Gorman-Gilbert-Schema.

Die Hörspiel CD:

23 CDs, es sprechen vor allem Dietmar Bär, Manfred Zapatka und der berüchtigte Monolog seiner Frau Molly wird gesprochen von Birgit Minichmayer.Oft wird – auch im Hintergrund – Musik eingespielt.

In den Münchner Kammerspielen soll es in der kommenden Spielzeit ein James Joyce Projekt geben.

Der Roman endet mit dem Wort “Ja”. Er beginnt im Englischen mit einem “S” und endet mit einem “s”.

Bloomsday

 

 

 

 

 

 

Bloomsday

Heute ist der berüchtigte Bloomsday. Der Bloomsday ist ein alljährlich am 16. Juni feierlich begangener Gedenktag, der sich auf den Ulysses, das Hauptwerk des irischen Schriftstellers James Joyce, bezieht.Es ist der einzige Roman weltweit, der zelebriert wird.Für mich handelt es sich bei diesem Buch, dem am wenigsten gelesenen Klassiker des 20. Jahrhnderts, geradezu um eines der Weltwunder!

Namensgeber ist die Hauptfigur des Romans, Leopold Bloom. Der Roman spielt in Dublin und beschreibt die Ereignisse eines einzigen Tages, des 16. Juni 1904. Am Bloomsday suchen Fans und Freunde, Leser (und Nicht-Leser) des Romans die „realen“ Orte des fiktiven Geschehens auf, an denen dessen Hauptpersonen – der Anzeigenakquisiteur Leopold Bloom und seine Frau Molly, der junge Lehrer und Schriftsteller Stephen Dedalus und andere Romanfiguren – bestimmte Dinge tun oder erleben (wie Zitronenseife in Sweny’s Shop erwerben oder ein Gorgonzolabrot bei Davy Byrne verspeisen). Annähernd verstehen kann man den Roman trotz seiner sehr einfachen Handlung nur dann, wenn man die kommentierte, von Hans Wollschläger übersetzte Fassung liest, die im Suhrkamp-Verlag herausgebracht wurde. Es ist unglaublich, was in diesem Roman steckt. James Joyce lebte meist in Paris, Zürich und Triest und schilderte doch mit unglaublicher Detailkenntnis (Sonneneinstrahlung auf einem Gehweg um eine bestimmte Uhrzeit) den Tag in Dublin. In der James Joyce Foundation in Zürich werden seit Jahrzehnten Lese- und Diskussionsgruppen zum Roman veranstaltet.

Sehr hörenswert ist die aus 21 CDs bestehende Hörspielfassung des Romans! Sie galt nach ihrem Erscheinen als die beste Hörspielfassung aller Zeiten.

 

 

Buchtipp

Ralf Rothmann, Feuer brennt nicht

Es gibt Menschen, die unglaublich viel in sehr interesssanter, feinfühliger, ausgefallener, ehrlicher und anschaulicher Sprache erzählen können. Ich empfehle Ralf Rothmann, 1953 in Schleswig geboren. Gerade ist sein neuer Roman Im Frühling sterben erschienen, der sehr beeindruckenmd sein soll. Ich habe ein früheres Werk von ihm gelesen: Feuer brennt nicht.

Inhalt: Berlin, fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall. Kreuzberg ist gesichtslos geworden und so ziehen die Buchhändlerin Alina und der Schriftsteller Wolf an den Müggelsee, wo die Unterschiede zwischen Ost und West noch nicht verwischt sind. Wolf leidet zunehmend unter den „Details der Zweisamkeit“. Charlotte taucht auf, eine Geliebte aus der Vergangenheit, und er ergreift die Flucht, befeuert von ihrem offensiven Eros. Als er „die Hölle der Verheimlichung“ hinter sich hat, ist Wolf überrascht: Alina akzeptiert das Verhältnis zu der anderen, ermuntert ihn sogar. Eine detaillierte Chronik des erotischen Begehrens, eine dunkel-glühende Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des behutsamen Zusammenwachsens von Ost und West.

Buchtipps

 

Gesehenes

In den Münchner Kammerspielen, München, wird ein Stück nach dem Roman América von T. C. Boyle gezeigt. T. C. Boyle schildert nicht nur, wie ein mexikanisches Einwandererpärchen täglich übervorteilt oder von Schicksalsschlägen getroffen wird, er veranschaulicht auch, wie ein naturverbundener, Kinder und Tiere liebender “liberaler Humanist” durch ihm bedrohlich erscheinende Begegnungen zum Rassenhasser mutiert. Eine mitreißende, erschütternde Geschichte. Erzählt wird sie im Buch und im Theater in bildhaften, wie in einem Spielfilm montierten Szenen und Rückblenden. Ein aktuelles Thema, eine ergreifende und sehr gute schauspielerische/performanceartige Erzählung des Inhalts in den Kammerspielen.

Produkt-Information

 

 

Gelesenes

Ian McEwan, Am Strand: Der tragische und komische Roman spielt 1962, in einer Zeit, in der man über Sexualität nicht sprach. Etwas veraltet, nicht gerade lesenswert.   Die Nöte eines hochintelligenten, sexuell unerfahrenen Paares in der Hochzeitsnacht werden minutiös geschildert. Die gesellschaftliche Kluft zwischen den Familien hätten beide überwinden können, aber an der Sexualität scheitert ihre Liebe. Florence wurde als Kind vermutlich vom Vater missbraucht, sie verabscheut alles, was sie daran erinnert. Am Strand, an den Florence in der Nacht flieht, sehen sie sich zum letzten Mal.

Philip Roth, Jedermann:Der Roman kreist um das Thema Altwerden und Tod. Ein deprimierender Roman. Auch nicht unbedingt lesenswert, außer man ist selber über 60 Jahre alt und hat viel hinter sich. Der Tod ist Krankheit, Alter, Einsamkeit, Verlöschen im Nichts, Verlust von Gesundheit und Vitalität, von Angehörigen, Freunden und des Lebens.Philip Roth erzählt die Geschichte der Hauptfigur als Abfolge von Erkrankungen, Operationen und gescheiterten Beziehungen.

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