September

Heute zum Beginn des September etwas Kleines: Ein Gedicht von Hermann Hesse mit dem Titel September. Es geht um den sich verabschiedenden Sommer. Ein paar (oder einige?) Tage haben wir ja noch! Hermann Hesse war geboren am 2. Juli 1877 in Calw (Königreich Württemberg) und starb am 9. August 1962 in Montalgona im Tessin (Schweiz).

Der Garten trauert,
Kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
Still seinem Ende entgegen.

Golden tropft Blatt um Blatt
Nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
In den sterbenden Gartentraum.

Lange noch bei den Rosen
Bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen
Müdgewordenen Augen zu.

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Integration

Natürlich wird es den vielen armen Menschen aus all den Ländern, aus denen man – will man sein Leben retten – nur fliehen kann, nicht unbegrenzt möglich sein, nach Europa zu kommen (Mein Gedanke übrigens: Warum schnappt sich die Weltgemeinschaft nicht „einfach“ jeweils einen (entlegenen) Teil der Länder, in denen brutale Kriege geführt werden, und beschützt die Flüchtlinge, die dorthin fliehen, mit militärischen Mitteln? „Internationale Ruhezonen“ gewissermaßen als „Strafe“ für Krieg.) Es wird jedenfalls humanitäre Lösungen brauchen, wird ja nicht aufhören. Ob es allein mit dem Türkei-Abkommen geht, werden wir sehen.

Eine andere Frage ist, wie wir mit denjenigen, die jetzt bei uns sind, umgehen. Es sind viele Jugendliche, die hier völlig allein sind. Und dann kommen wir und sagen möglichst schnell: „Ihr müsst Euch integrieren!“ Ich halte allein das für eine ziemliche Zumutung. M. E. geht es um humanitäre Hilfe gestrandeter junger Menschen, nicht gleich volle Kanne um „Integration“. So ein junger Flüchtling muss sich ja denken: „Was ist hier denn los?“ Schon im zweiten Buch für „Deutsch als Fremdsprache“ kommt die volle Dröhnung: Man schaue sich bitte nur einmal die folgende Themenliste an, die den Inhalt des Deutschbuches widerspiegelt! Unfassbar! Das geht, finde ich, auch anders.

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Deutschbuch

Theater des Jahres

Das Berliner Maxim- Gorki-Theater und die Berliner Volksbühne sind gleichberechtigt von der Zeitschrift „Theater heute“ zum „Theater des Jahres“ gekürt worden. Wer mir zu dort gesehenen Stücken ein paar Zeilen schreibt, wird hier veröffentlicht. Einfach den grauen Kommentar-Button rechts oben anklicken. Chris Dercon, der kommende Intendant der Berliner Volksbühne, ist ja sehr in der Kritik. Die Auszeichnung gebührt dem scheidenden Leiter der Berliner Volksbühne Frank Castorf.

HIER die Links zu den Theatern und zu Theater heute:

http://www.gorki.de

https://www.volksbuehne-berlin.de

http://www.theaterheute.de

https://i1.wp.com/www.theaterheute.de/images/theaterheute.jpg

 

 

 

 

 

 

 

Musik der Woche

Werte, die uns tragen.Es könnte auch anders sein. Aber immer wieder lohnt es sich, kritisch anzuschauen, wie wir damit umgehen. Oder etwa ob wir sie nur einsetzen, um andere Ziele zu verfolgen (so kurz Slavoj Zizek, vorheriger Blogbeitrag). Mehr dazu wahrscheinlich in Bälde. Heute dazu der Song Freiheit von Marius Müller-Westernhagen. Weil der Song recht kurz ist, folgt danach noch sein Song Ich bin wieder hier.

Musiktipp der Woche

Slavoj Zizek – Der neue Klassenkampf

Ich habe mit Mut und viel Zeit ein zweites Buch des Philosophen Slavoj Zizek gelesen. Der neue Klassenkampf – Die wahren Gründe für Flucht und Terror. Slavoj Zizek ist ein Tausendsassa der mo­dernen Zeit, der zwischen Politik und Philosophie argumentiert. Auf Youtube kann man eini­ges von ihm ansehen. Es ist eben interessant zu sehen, was ein schlauer Mensch mit einem inte­ressanten Blick auf die Dinge über aktuelle globale Entwicklungen denkt. Besser, als einfach mal schnell das Burkaverbot auszurufen, denke ich.

Er ist nicht leicht zu verstehen, ich habe wieder versucht, es auf kurze Punkte zu bringen. Es ist damit natürlich vereinfacht dargestellt. Er argumentiert gut, aber einiges bleibt offen. Letztlich hängt aus seiner Sicht alles am globalisierten Kapitalismus, nicht an den unterschiedlichen Kulturen. Der globalisierte Kapitalismus fördert einen neuen globalen Klassenkampf. Interessanter Gedanke. Hinter der Maske der kulturellen Vielfalt schwelt der brutale globale Kapitalismus.

Sein Resumee vorweg (letztes Kapitel):

Wir brauchen eine organisierte EU-weite humanitäre Behandlung der Flüchtlingswelle durch das Militär (Krisenfall!) mit klaren Richtlinien. Dann volle Toleranz innerhalb der Richtli­nien. Und:  „Wir sollten die derzeit vorherrschende linksliberale humanitäre Haltung verwerfen.“ Denn Toleranz außerhalb von klaren Richtlinien oder ohne Richtlinien zu zeigen, fördert nur den Nationalismus. Es geht um Universalismus statt Nationa­lismus. Man muss global den gleichen Kampf zu kämpfen lernen. Nationale Souveränität muss neu definiert werden. Es wird in der Welt künftig immer wieder große Fluchtbewegun­gen/Völkerwanderungen geben. („Migrationen im großen Stil sind unsere Zukunft“). Die Hauptursache für Flucht liegt im globalen Kapitalismus. Die globale Kaptalismus muss radi­kal geändert werden. Letztlich ist es etwas Kommunistisches, was wir brauchen. Wer kann was ändern? „Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.“ Braucht es eine große Katast­rophe, um etwas zu ändern? Das wäre obszön. „Wir müssen den Klassenkampf wieder auf die Tagesordnung bringen.“ Nötig ist die globale Solidarität mit den Ausgebeuteten und Unter­drückten. Klassenkampf wird oft mit Kulturkampf verwechselt. Wir müssen „die Basis unse­rer Gesellschaft weltweit umstellen“. Aber wie? Wahrscheinlich eine Utopie, sagte selber.

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HIER eine Zusammenfassung der Argumentation:Slavoj Zizek 3

Geschriebenes – Die Pfützen

Einige Menschen schreiben oder beschreiben gerne etwas. Jeder tut es anders. Man lässt den Leser über kurz oder lang in eine andere Welt eintauchen und manchmal gefällt es dem Leser. Unter den Millionen von Nutzern draußen an den Endgeräten mag es den ein oder anderen geben, der auch diese kurzen Beschreibungen hier mit Vergnügen lesen wird. Im Grunde sind es Ausschnitte aus sechs Geschichten. HIER: 03 Etwas schreiben

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Geschriebenes – Die Flut der Informationen

Ein vielleicht weit verbreitetes Phänomen des hilflosen Zusehens, des Aufnehmens einseitiger, letztlich nichts erklärender Informationen ist mir während meines Aufenthaltes in Italien aufgefallen. HIER der Text dazu: 13 E la nave va

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