Slavoj Zizek – Der neue Klassenkampf

Ich habe mit Mut und viel Zeit ein zweites Buch des Philosophen Slavoj Zizek gelesen. Der neue Klassenkampf – Die wahren Gründe für Flucht und Terror. Slavoj Zizek ist ein Tausendsassa der mo­dernen Zeit, der zwischen Politik und Philosophie argumentiert. Auf Youtube kann man eini­ges von ihm ansehen. Es ist eben interessant zu sehen, was ein schlauer Mensch mit einem inte­ressanten Blick auf die Dinge über aktuelle globale Entwicklungen denkt. Besser, als einfach mal schnell das Burkaverbot auszurufen, denke ich.

Er ist nicht leicht zu verstehen, ich habe wieder versucht, es auf kurze Punkte zu bringen. Es ist damit natürlich vereinfacht dargestellt. Er argumentiert gut, aber einiges bleibt offen. Letztlich hängt aus seiner Sicht alles am globalisierten Kapitalismus, nicht an den unterschiedlichen Kulturen. Der globalisierte Kapitalismus fördert einen neuen globalen Klassenkampf. Interessanter Gedanke. Hinter der Maske der kulturellen Vielfalt schwelt der brutale globale Kapitalismus.

Sein Resumee vorweg (letztes Kapitel):

Wir brauchen eine organisierte EU-weite humanitäre Behandlung der Flüchtlingswelle durch das Militär (Krisenfall!) mit klaren Richtlinien. Dann volle Toleranz innerhalb der Richtli­nien. Und:  „Wir sollten die derzeit vorherrschende linksliberale humanitäre Haltung verwerfen.“ Denn Toleranz außerhalb von klaren Richtlinien oder ohne Richtlinien zu zeigen, fördert nur den Nationalismus. Es geht um Universalismus statt Nationa­lismus. Man muss global den gleichen Kampf zu kämpfen lernen. Nationale Souveränität muss neu definiert werden. Es wird in der Welt künftig immer wieder große Fluchtbewegun­gen/Völkerwanderungen geben. („Migrationen im großen Stil sind unsere Zukunft“). Die Hauptursache für Flucht liegt im globalen Kapitalismus. Die globale Kaptalismus muss radi­kal geändert werden. Letztlich ist es etwas Kommunistisches, was wir brauchen. Wer kann was ändern? „Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.“ Braucht es eine große Katast­rophe, um etwas zu ändern? Das wäre obszön. „Wir müssen den Klassenkampf wieder auf die Tagesordnung bringen.“ Nötig ist die globale Solidarität mit den Ausgebeuteten und Unter­drückten. Klassenkampf wird oft mit Kulturkampf verwechselt. Wir müssen „die Basis unse­rer Gesellschaft weltweit umstellen“. Aber wie? Wahrscheinlich eine Utopie, sagte selber.

Produkt-Information

HIER eine Zusammenfassung der Argumentation:Slavoj Zizek 3

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