THEATER: Jeffrey Eugenides, Die Selbstmord-Schwestern

Gestern in den Münchner Kammerspielen die Premiere der “Selbstmord-Schwestern”, ein Stück nach Jeffrey Eugenides’ gleichnamigen Buch. Das Stück ist inszeniert von Susanne Kennedy.

Susanne Kennedy:
An den Münchner Kammerspielen inszenierte Susanne Kennedy  2011 zunächst “They don’t shoot horses, don’t  they?” und dann 2013 Marieluise Fleißers Erstlingsstück “Fegefeuer in Ingolstadt”, für das sie von der Fachzeitschrift “Theater heute” zur “Nachwuchsregisseurin des Jahres” gewählt wurde. Das Stück wurde zum Theatertreffen 2014 in Berlin eingeladen und Susanne Kennedy erhielt dafür den 3sat-Preis. Mit ihrer Fassbinder-Inszenierung “Warum läuft Herr R. Amok?” wurde sie 2015 erneut zum Theatertreffen eingeladen. Sie wird ab der kommenden Spielzeit in Berlin im “Künstlerischen Beirat” am Berliner Volkstheater unter Chris Dercon arbeiten. Ich denke, man wird sie weiterhin an beiden Orten sehen.

Meine Eindrücke (mehr geht nicht):

  • Man muss den Abend sehr vorsichtig angehen. Man sieht kein Theaterstück, obwohl man in den Kammerspielen sitzt. Man sieht eine “lebende Installation”. Eine Installation einer Art, wie man sie – wenn überhaupt – selten sieht. Wie wenn man lange Zeit einem Kunstwerk gegenübersitzt. (Das Bühnenbild von Lena Newton und die Kostüme von Teresa Vergho vor allem sind wahre Kunstwerke!) Es ist wirklich alles eliminiert, was man im Theater erwartet oder irgendwie gewohnt ist: Man folgt keinem konkreten Geschehen, man folgt keiner Entwicklung von Dingen, man sieht keine Erzählung, man ist in keiner Zeit, man ist an keinem Ort (die Bühne ist allenfalls weit entfremdet ein “Ort”, ein Altarraum), man kann die “Schauspieler” nicht charakterlich erkennen, man erkennt keine Mimik, sie sprechen nicht real, sie spielen in Masken, die “Musik” ist nicht Musik – es sind Töne, es wird aus dem Nichts gesprochen, es geht nicht einmal um Gefühle. So, wie das Alltagsleben den 5 Mädchen im Roman “Die Selbstmord-Schwestern” rigoros vorenthalten wird, wird hier dem Zuschauer in jeder denkbaren herkömmlichen Form das Theater vorenthalten. Es wird dem Zuschauer also irgendwie auch das Leben, das im Theater so oft gezeigt wird, vorenthalten. Eine irre Situation. Man sieht etwas völlig anderes.
  • Und doch oder gerade dadurch ist man als Zuschauer mitgenommen. Mitgenommen auf eine Reise in eine andere Dimension. Irgendwie wird fast das (banale) Leben zu Grabe getragen. Da müssen wir ja alle durch. Man kann aber nicht einmal sagen, der Abend wäre dadurch negativ angehaucht oder ähnlich. Soviel Farbe, soviel Buntes, soviel Leben, und doch das Thema “Tod”. Fast widersprüchlich. Das kann aber nicht negativ sein! Im Gegenteil! Bei diesen Kostümen, dieser Bühne. Es geht nur nicht um die Fragen, die sich so ständig aus dem Leben heraus stellen, es geht um etwas darüber hinaus gehendes.
  • Man reist durch ein Puzzle aus Bildern, Videos, Youtubefilmen, Stimmen, Musik, den entpersonalisierten Schauspielern, ihren Bewegungen, Fragmenten aus dem Roman „Die Selbstmord-Schwestern“, Opferhandlungen der ehemaligen Beobachter der 5 Mädchen und psychedelischen Eindrücken vom Nachtod. Aber es ist vielleicht auch einer der Antriebe von Susanne Kennedy, uns Dimensionen zu zeigen, die wir nicht sehen. Die aber von Timothy Leary – mit seinen Beschreibungen des LSD-Trips – und vom Tibetanischen Totenbuch – mit seiner Beschreibung von 7 mal 7 Tagen, die es braucht nach dem Tod bis zur Wiederauferstehung – angesprochen werden. Damit nähert sich Susanne Kennedy (anhand der grundlegenden Motive des Buches) riesigen Fragen, die immer über uns stehen werden.
  • Man muss sich diesem Abend hingeben, darf nichts erwarten, muss sich mitziehen lassen. Dazu fordert auch anfangs der Avatar auf, der immer wieder von einem der Bildschirme Texte von Timothy Leary spricht. Timothy Leary, der LSD-Guru. Es eröffnen sich Dimensionen, die wir in unserem Leben eigentlich immer wegsperren, verdrängen oder garnicht sehen – wenn wir nicht in einem solchen Abend sitzen. Die nicht unserem Alltag entsprechen. Insoweit ist dieser Abend ein Abend, der über das Theater hinausgeht. Wir Menschen kennen so wenige Dimensionen.
  • Man bekommt ein sehr spezielles Verhältnis zu “Leben und Tod” geboten: Während der Theaterzuschauer sich seit hunderten von Jahren mit dem gespielten Tod auf der Bühne auseinandersetzt, also den Tod als Weiterlebender anschaut, scheint es hier ernst zu werden. Der Zuschauer sieht eben nicht irgendein Geschehen, das letztlich wieder einmal in den Tod führt, er sieht eher eine Dimension, die der Tod selbst sein könnte. Eine Lehrstunde, eine “Ideenstunde”, der man sich hingeben kann (auch im Roman “Die Selbstmord-Schwestern” gibt es kein Geschehen, das zum Tod führt. Nur “Beweismittel”). Es geht in der Tat um den Weg in den Tod und den Weg in 49 Tagen zurück zur Wiederauferstehung. Tibetanisches Tagebuch. Und LSD. Was ist dann das Leben? Auch auf diese Frage wird man damit zwangsläufig zurückgeworfen und erkennt Dinge in anderer Art und Weise. So bunt und vielfältig, aber auch so künstlich ist das Bühnenbild. Wie die Coca Cola, die die Schauspieler trinken. Wie die in den Vitrinen wachsenden Donuts. Wie die Youtube-Tutorials über Schminktipps.  Und gerade dadurch kommen andere Dinge zum Vorschein. Wesentlichere Dinge? Was kann schon wesentlich sein! Wir wissen es ja nicht. Wollten die 5 Mädchen das alles nicht erleben oder durften sie nicht?
  • Man kann diesen Abend in keine Kategorie des Theaterwesens einordnen. Auch eigentlich keine “Kritik” schreiben. Im Bayerischen Rundfunk heißt es zur gestrigen Premiere (Autor Herr Rickleffs): “Susanne Kennedy erzählt keine Geschichte, wärmt keinen Roman noch einmal auf, nein, sie versucht mit ihrer ebenso irritierenden wie betörenden Version der „Selbstmord-Schwestern“ dem Tod selbst eine Bühne zu bieten. Was sie dem Zuschauer damit bietet, ist die Möglichkeit sich diesem und damit auch seinem eigenen Tod nah zu fühlen und sich mit ihm auseinanderzusetzen. Wer dazu bereit ist, dem kann dieses Theater zur Offenbarung werden.
  • Es ist also ein lohnender, auch sehr schöner, wenn auch verstörender Abend, WENN man sich all diesen Aspekten hingibt, vorsichtig hingibt. Und: VORSICHT; THEATER KANN NICHT NUR BELLEN, ES KANN AUCH BEISSEN!
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MUSIK DER WOCHE: Simple Minds – Don’t you (forget about me)

Es geht in die Richtung Pop, ist aber ein schöner Song: Simple Minds mit Don’t you (forget about me): “Rain keeps falling down!” Oder wie heißt es am Ende so schön: “La-la-la-laha, la-la-la-laha, laa laa laa, laa laa laa, lala – lala!” Vor allem ist es wieder einmal unglaublich zu sehen, wie – ein Livemitschnitt! –  ein einzelner Mann, der Sänger und Mitgründer der Simple Minds, Jim Kerr, einer ihn anhimmelnden, tobenden, tosenden, begeisterten, mitkreischenden, mitklatschenden, mitsingenden und wogenden Menschenmenge gegenübersteht, über ihr schwebt – und es ziemlich ruhig aushält. Wie im richtigen Leben, wir kennen es ja alle! 1985 gelang den Simple Minds mit diesem Song (aus dem Film Der Frühstücksclub) der internationale Durchbruch. Den Namen Simple Minds entlehnte die Band einer Textzeile des David-Bowie-Songs The Jean Genie („He’s So Simple Minded He Can’t Drive His Module“). Es ist mein Lebenssong, Freunde wissen es!

Hier die Lyrics zum Song:

Won’t you come see about me
I’ll be alone, dancing, you know it, baby
Tell me your troubles and doubts
Giving me everything inside and out
Love’s strange, surreal in the dark
Think of the tender things that we were working on
Slow change may pull us apart
When the light gets into your heart, baby
Don’t you forget about me
Don’t, don’t, don’t, don’t
Don’t you forget about me
Will you stand above me
Look my way, never love me
Rain keeps falling
Rain keeps falling
Down, down, down
Will you recognize me
Call my name or walk on by
Rain keeps falling
Rain keeps falling
Don’t you try and pretend
It’s my feeling we’ll win in the end
I won’t harm you or touch your defences
Vanity, insecurity
Don’t you forget about me
I’ll be alone dancing, you know it, baby
Going to take you apart
I’ll put us back together at heart, baby
Don’t you forget about me
Don’t, don’t, don’t, don’t
Don’t you forget about me
As you walk on by
Will you call my name
As you walk on by
Will you call my name
When you walk away
Oh, will you walk away
Will you walk on by
Come on, call my name
Will you call my name..

 

Landhaus in der Toskana?

Im Sommer 2017 wird in der Toskana ein wunderbares Landhaus zum Kauf angeboten werden. Ich kenne die Gegend – südlich von Montalcino – bestens und weiß, dass so etwas ein wundervoller Ort wäre, um in aller Ruhe und Schönheit Zeit zu verbringen. Radfahren, wandern, lesen, schreiben, genießen, Kurse geben, zum Meer fahren und und und, alles ist möglich.Eine Investition fürs Leben! Wenn man es zeitweise vermietet, wird es wenig Unkosten verursachen. Es scheinen zwei Häuser zu sein. Ich selber halte mich jedes Jahr für etwa sechs Wochen in der Gegend auf, um zum Schreiben zu kommen.

Ich stelle unten das allererste Exposé des Hauses mit ersten Bildern ein.

WER INTERESSE HAT, EIN SOLCHES OBJEKT GEMEINSAM MIT MIR UND EVTL. EINER DRITTEN PARTEI ZU ERWERBEN, MÖGE SICH BITTE MELDEN! TEL: 0176-81 98 46 45 oder mus.kuhlmann@arcor.de.

ÜBER PREIS, ZUSTAND DES HAUSES ODER SONSTIGE DETAILS IST NOCH NICHT GEREDET WORDEN.

Der Verkauf des Hauses wird über Ostern in ersten Schritten vorbereitet werden. Ich selber habe die Zusage, dass ich der erste sein werde, der es besichtigen kann, da ich vor  mehreren Wochen bereits über eine Freundin vom geplanten Verkauf erfahren habe.

Bildergebnis für toskana

 

ObjektItalien

Ist das unsere Asylpolitik?

Ich hatte im Blog bereits über “F aus Afghanistan” geschrieben, den ich unterstütze. Sein Weg ist weiter unten noch einmal dargestellt. Er ist allein auf dieser Welt, ist schlau, freundlich, höflich, aufgeschlossen, interessiert. JETZT KAM SEINE ABLEHNUNG! ER SOLL DEUTSCHLAND INNERHALB VON 30 TAGEN VERLASSEN! KEIN ASYL, KEINE AUFENTHALTSERLAUBNIS! UNFASSBAR!!

Er sagte mir: Wenn er in Afghanistan überleben will, muss er zur Taliban gehen. Tolles Ergebnis! Andernfalls würde er ganz schnell getötet werden. Er hat ja NIEMANDEN auf der Welt, bei dem er Schutz suchen könnte.

WIE KANN MAN IHN NUR ABLEHNEN!!?? WAS IST DAS FÜR EINE POLITIK! Er hat bereits einen Selbstmordversuch hinter sich, das Attest über seinen anschließenden Krankenhausaufenthalt wurde beim Asylgespräch vorgelegt.

Wir werden natürlich sofort zu einem Anwalt gehen!

Sein Weg ist lesenswert:

18 Jahre alt, schwarze Haare, symphatisch, geboren in einem kleinen Dorf in Afghanistan. Allein auf dieser Welt! Seit fast zwei Jahren ist er nun in Deutschland, will im Sommer seinen Quali machen, lernt ständig! Ein Beispiel, ein trauriges Beispiel. Er hat so manches Mal Tränen in den Augen.

Was hat er alles erlebt! HIER der link zum Blogbericht, in dem ich schildere, was er erlebt hat.

MUSS DIE ABSCHIEBEPRAXIS SO FÜRCHTERLICH SEIN UND EINEM CLEVEREN JUNGEN DAMIT DAS GENICK BRECHEN? WORUM GEHT ES? GEHT ES UM DAS LEIDER SEHR HARTE SCHICKSAL JUNGER MENSCHEN? WOLLEN WIR NICHT HELFEN? IST ALLES NUR BAYERISCHE POLITIK?

 

WICHTIG: The Dampfnudel Day

Essen ist ja Kultur, also Thema des Blogs. Zumindest Dampfnudeln. Da ich mich letztens an Dampfnudeln versucht hatte (Dampfnudel Day), bringe ich hier das wunderbare Rezept:

Bayerische Dampfnudeln

Und zwischendurch hatte ich mir ein paar naheliegende Gedanken über die besten Filme aller Zeiten gemacht, da sie ja alle seltsamerweise schon in ihrem Titel etwas mit Dampfnudeln zu tun haben. Das kann doch kein Zufall sein. Aber so ist es:

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Bayerische Dampfnudeln mit Vanillesauce

Es gibt sogar so genannte Dampfnudeltore in den pfälzischen Orten Kandel und Freckenfeld! Beide Orte liegen etwas westlich von Karlsruhe. Die Torbögen dieser Tore sind mit jeweils mehr als tausend (!) steinernen (!) Dampfnudeln (!) verziert (!). Eine architektonische Meisterleistung!

Um das “Freckenfelder Dampfnudeltor” rankt sich sogar eine besondere Sage: Im Dreißigjährigen Krieg stellte eine schwedische Reiterschwadron eine hohe Geldforderung an die Bürger des Ortes. Bei Nichterfüllung drohten sie Plünderung und Mord an. Eine Abordnung erreichte dann aber, dass die Forderung gemildert wurde: Der schwedische Hauptmann und seine Soldaten sollten verköstigt werden, dann verschone er die Bevölkerung. Daraufhin ließ der Bäckermeister Johannes Muck seine Frau und die Magd einen großen Kessel Soße kochen und befahl, sie kräftig mit Wein abzuschmecken. Er selbst buk mit seinen Gesellen Dampfnudeln, bis jeder Soldat satt war: insgesamt 1286 Stück. Bei mir waren es etwas weniger. Die Schwadron akzeptierte das servierte Gericht und verschonte das Dorf vor Zerstörung und Mord.

Die Dampfnudel eben!

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MUSIK DER WOCHE: Pink Floyd

Ich würde jetzt, wenn ich der DJ meines Blogs wäre, einen Klassiker auflegen. Ich werde künftig noch ein paar weitere Klassiker bringen. Heute also ein Song meiner Jugend: Comfortably Numb von Pink Floyd. Aus dem 1979 erschienenen Album The Wall. Wer kennt es nicht, wer hört es nicht gerne! 2004 belegte das Stück in der vom US-amerikanischen Magazin Rolling Stone erstellten Liste der 500 besten Songs aller Zeiten den 314. Platz. Es ist einer der bekanntesten Songs von Pink Floyd. Der Song wurde 1989 von den Lesern des Pink-Floyd-Fanmagazins The Amazing Pudding zum besten Musikstück der Band gewählt. Das zweite Gitarren-Solo wurde vom Magazin Guitar-World auf Platz 4 der 100 besten Gitarrensoli gewählt. Der Text erzählt eine Schlüsselszene des Konzeptalbums The Wall.

 

The Wall erzählt die Geschichte eines jungen als Musiker erfolgreichen Mannes, der aufgrund – der Überbehütung durch seine Mutter (Mother), – der Abwesenheit seines im Krieg gefallenen Vaters (Another Brick in the Wall Part I, When the Tigers Broke Free), –  Liebesaffären (Young Lust), – dem Umstand, von seiner Frau betrogen und verlassen worden zu sein (Young Lust, Don’t Leave me Now) und – der Grausamkeit der Lehrer in der Kindheit (The Happiest Days of Our Lives) eine imaginäre Mauer um sich errichtet, die ihn vor äußeren emotionalen Einflüssen schützen soll. Er heißt Pink.

Nachdem er die Mauer aufgebaut hat, verzweifelt Pink an seiner Existenz, weil er durch sie von sozialen Kontakten abgeschirmt ist.Unfähig, die Mauer einzureißen, verabschiedet er sich von der für ihn grausamen Welt (Goodbye, Cruel World).

Anstatt sich umzubringen, versucht Pink, letzte verbleibende Gefühle zu unterdrücken und zieht sich in sich zurück. Er wird drogenabhängig, apathisch und verbringt die Zeit reglos und allein vor dem Fernseher (Nobody Home). Als er für einen Auftritt von einem Arzt mit Beruhigungsmitteln behandelt wird (COMFORTABLY NUMB), nehmen seine Drogenfantasien überhand: Er entwickelt Verfolgungswahn (Run Like Hell), und in seinen Vorstellungen wird er zu einem totalitären Agitator, der in seiner Wut auf die Welt gegen Minderheiten hetzt.

Am Ende seines Wahns ist Pink nicht mehr in der Lage, alle Emotionen zu unterdrücken, und klagt sich selbst vor einem imaginären Gericht des Vergehens, Gefühle gezeigt zu haben, an. Das Gericht nimmt die Zeugenaussagen von Lehrer, Mutter und Ex-Frau entgegen und verurteilt ihn: Als Strafe soll er vor seinesgleichen zur Schau gestellt werden – die Mauer wird eingerissen (The Trial).

Der verletzliche Pink ist nun freigegeben, und ein neues Leben scheint sich anzubahnen (Outside the Wall) – allerdings bricht die letzte Melodie an genau der Stelle ab, an der das Album begonnen hat: Vielleicht beginnt Pinks Leidensweg also auch einfach wieder von vorn.

 

Nach dem Fall der Berliner Mauer im Jahre 1989 wurde „The Wall“ am 21. Juli 1990 am Potsdamer Platz aufgeführt. The Wall ist das einzige Konzert, das – durch den Veranstaltungsort auf der innerdeutschen Grenze – mit einer Bühne gleichzeitig in zwei Staaten stattgefunden hat.

Musiktipp der Woche

POLITIK: Serdar Somuncu – Die Wahrheit über uns und unsere Gesellschaft

Im letzten Musikbeitrag hatte ich geschrieben, man könne manches besser durch Musik ausdrücken. Heute ein anderes Beispiel: Es geht auch mit Vehemenz, mit deutlicher Sprache, mit Empathie und Überzeugung. Ein Beispiel zu einem wesentlichen Element unserer Gesellschaft: Der unbestimmten Angst, uns würde etwas genommen. Serdar Somuncu (* am 03.06.1968 in Istanbul) ist ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist, Regisseur, Satiriker. Er legt den Finger gerne schonungslos in unsere Wunden. Das ist auch Selbstkritik. Auf ntv bringt er demnächst (bis zum Sommer) viermal eine Talkshow, nächster Termin ist voraussichtlich der 21. März.

Sedar Somuncu bringt eine Sicht der Dinge auf den Punkt, die ich gut verstehe. Es geht um unsere Verlogenheit! Und Bequemlichkeit! Da kann und muss sich noch einiges ändern. Also spricht er es deutlich an! Hier ein Ausschnitt aus seinem erfolgreichen Programm H2 Universe – die Machtergreifung. Ob er selbst für diesen Ausschnitt den Titel “Die Wahrheit über uns und unsere Gesellschaft” gewählt hat, weiß ich nicht. Denn von “Wahrheit” zu reden ist ja nicht leicht.

CDU in Bayern

Ich hatte kürzlich an dieser Stelle zur Gründung der CDB – Christdemokraten in Bayern – aufgerufen, um es zu ermöglichen, auch in Bayern eine Partei zu wählen, die Angela Merkel unterstützt. Die CSU hat Frau Merkel ja allzu lange geschadet und immer wieder geschwächt. Die CSU wird, fürchte ich, entscheidende Schuld tragen, wenn Frau Merkel nicht mehr Kanzlerin bleiben können sollte.

Im Blogbeitrag zur Parteigründung hatte ich erwähnt, dass ein Nürnberger Rechtsanwalt (und seine Ehefrau) gegen die Unmöglichkeit geklagt hatte, in Bayern die CDU wählen zu können. Ich hatte Kontakt zu ihm aufgenommen und erhalte jetzt folgendes Update: Herr und Frau RAe Roth haben nunmehr Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht mit dem Ziel, die CDU jedenfalls mit der Zweitstimme auch in Bayern wählen zu können.Die Klageschrift liegt mir vor, ich würde sie bei Einverständnis der RAe Roth hier veröffentlichen. Mal sehen.

Es wird also weiter geklärt werden, ob etwa die Vereinbarung zwischen CDU und CSU nicht als “Vertrag zulasten Dritter” (der Wähler in Bayern) – so seine Argumentation – unwirksam oder wegen Einschränkung der Wahlrechte in Bayern schlicht nichtig ist. Interessant.

Herr RA Roth schrieb kürzlich in einer Mail an seine Unterstützer:

Es ist richtig und wichtig, dass Bürger und Politiker dieses Staates dem Demokratieabbau in einigen Mitgliedsländern der Europäischen Union oder gerade aktuell in der Türkei unter Verweis auf unser Wertesystem entschieden entgegentreten. Wir bleiben aber nur dann glaubwürdig, wenn wir selbst demokratische Grundsätze beachten und uns für diese Grundsätze einsetzen. Dazu gehört auch ein freies Wahlrecht dergestalt, dass jeder deutsche Staatsbürger die Partei wählen darf, die seit Jahren die Bundeskanzlerin stellt. Die derzeitige Unmöglichkeit gefährdet die Glaubwürdigkeit unseres eigenen politischen Wertesystems. Das könnten die Gegner unserer Demokratie propagandistisch ausnutzen und dem gilt es entgegenzutreten.”

Kontrollfrage: Dürfte denn die CDU mit der FDP etwa in Hessen eine Vereinbarung treffen mit dem Inhalt: “Wenn Ihr für Frau Merkel seid, treten wir in Hessen nicht an”?

Ich informiere weiter.

Bildergebnis für parteien

MUSIK DER WOCHE: Sportfreunde Stiller

So manches Mal kann man die Dinge durch Musik doch noch etwas besser ausdrücken: Dieselben Worte, aber durch die Musik umrahmt, unterstützt, durch den Klang vertont, durch eine gewisse Schlüssigkeit ehrlicher, unplugged, durch eine Art musikalische Überzeugungskraft stimmungsvoller, durch die Aufnahme  wiederholbar, durch den Gesang nicht verfälscht, reichhaltiger, tiefergehend, durch die fremde Stimme geladener, durch den Sound emotionaler, lauter, länger, treffender. Hier etwa die Sportfreunde Stiller mit “Ein Kompliment”. Achtung: Aus Rechtsgründen muss man hier unten erst das Video anklicken und dann noch auf dem Videofeld DIE VERLINKUNG ZU YOUTUBE anklicken.

Musiktipp der Woche