THEATER: Münchner Kammerspiele und BUCH: Miranda July, Der erste fiese Typ

Aus dem Roman „Der erste fiese Typ“ von Miranda July ein Theaterstück zu machen, ist ein großer Schritt. Der nicht sehr bekannte Roman wurde in Deutschland im letzten Jahr oft besprochen, siehe etwa die Besprechungen auf ZEIT – online, SPIEGEL – online oder in der FAZ.  Originaltitel „The First Bad Man“. Ein großer Schritt ist es, denn die geschilderte Story ist schrill, modernes Leben, Welten krachen aufeinander. Aber der Hintergrund, um den es geht, ist nicht schrill, er versteckt sich, muss aber unbedingt mit rüberkommen. Denn es geht – was die Story angeht – nicht nur ganz schön zur Sache, es geht sehr entscheidend um diese Gesamtstimmung. Und viele Details machen diesen sehr schnellen, lässigen, modernen Roman aus. Das Entscheidende des Romans ist, wie gesagt, zwischen oder hinter den Zeilen zu finden, in der Entwicklung des Geschehens aus Sicht der Protagonistin Cheryl Glicksmann. (Der Roman wird sogar gegen Ende immer besser). Am Ende des Romans ist man irgendwie trotz des Chaos‘, das um Cheryl herum herrscht,  zufrieden. Gerade das Chaos hat Cheryl schließlich doch Einiges gebracht.

Ich hatte den Roman vor der Premiere am Freitag in der Originalfassung gelesen und mir danach gesagt: „Wenn es gelingt, aus DIESEM Roman ein passendes Theaterstück zu machen, dann Hut ab!“ Das muss man erst einmal rüber bekommen in einer Inszenierung. Aber genau so war nach der Premiere mein Eindruck: Hut ab! Gelungen!

Miranda July hatte es bisher ja abgelehnt gehabt, das Buch als Theaterstück zu bringen. Es war insoweit eine Weltpremiere! Man kann das Theater nach diesem Stück als „etwas glücklicherer Mensch“ verlassen, sagt Willibald Spatz zurecht auf www.nachtkritik.de.

Christopher Rüping, dem jungen Hausregisseur der Münchner Kammerspiele, ist der Schritt vom Buch zum Theaterstück mit der Premiere am Freitag gelungen! Viele, die auf so etwas warteten, könnten eigentlich, finde ich, sagen: „Da ist er! Der erste große Wurf unter Mathias Lilienthal“ – der sich ja der in der Tat der schweren Aufgabe hingibt, München „aufzubrechen“, wirklich aufzubrechen, aus einem wohlhabenden Dornröschenschlaf der Gewohnheiten zu holen. Nicht halb aufbrechen, sondern ganz aufbrechen! Die Müncner sind eben Sturköpfe! (Meines Erachtens gab es aber duchaus schon mehrere „große Würfe“, absolut besondere Stücke: „Caspar Western Friedrich“ etwa, „Krieg und Frieden“ etwa, „Die Selbstmord-Schwestern“ etwa. Aber das sehen nicht sehr viele so.) Gestern ist jedenfalls meines Erachtens einer dieser Würfe gelungen. Würfe, die sich ja auch durch ihre durchgehende absolute Stimmigkeit der gesamten Darbietung und hier der Umsetzung des Buches auszeichnen und einen besonderen Theaterabend schaffen.

Worum es geht? Die Stimmungslage von Cheryl und ihr Gefühlsleben in der modernen Welt. Man durchlebt im Buch verschiedenste Phasen von Cheryls Leben. Phasen, die ihr anscheinend in großer Ordnung eingeschlafenes Verhältnis zur Liebe, zu ihrer Liebesfähgkeit, zur Erotik, zum Verhalten anderer Personen (vor allem bezüglich Liebe, Erotik etc.), ja zum Leben insgesamt zeigen. In einem sehr modern und lässig geschriebenen Roman. Anders etwa als bei „America“ von T. C. Boyle, von dem eine Umsetzung derzeit auch noch in den Münchner Kammerspielen gebracht wird (siehe den Blogbeitrag vom 6. Juni 2016): Dort gibt vor allem die Handlung schon viel her. Er ist allein dadurch auch schwerfälliger. Cheryl Glicksman, etwas über 40 Jahre alt, lebt alleine. Sie kennt nur ihre Ordnung. Ihr heiß geliebter „Freund in Gedanken“, Phillip, um die 60 Jahre alt, hat eine Beziehung zu einem 16-jährigen Mädchen. Sie ist recht besessen von ihm, kommt aber nicht an ihn heran. Sie steht zwar in Kontakt zu ihm, es geht Phillip aber immer nur um seine erotischen Schritte in Beziehung zum 16 -jährigen Mädchen. Immer wieder kommen bei Cheryl drängende SMS von ihm an – groß an eine der Leinwände geworfen -, in denen es um ihn, Phillip, und seine erotischen Aktionen gegenüber seiner jungen Freundin geht. Bei Cheryl, die sich ein geordnetes Single-Leben eingerichtet hat, zieht dann auch noch Clee ein, die etwa 20-jährige völlig konträre Tochter ihres Chefs. Junk food, TV, Microwelle etc., das ist Clees Leben. Das bringt bei Cheryl alles durcheinander. Sofort sieht sie, dass sie mit ihrer Ordnungsliebe nicht ankommt. Dann kommt Streit, dann kommen intensive körperlich harte Kämpfe mit Clee auf. Wunderbar passend wird alles von Anna Drexler als Clee (und kurze Männerrollen) und Maja Beckmann als Cheryl gespielt. Cheryl und Clee kämpfen dann mehr und mehr nach genau dargestellten Situationen der Selbstverteidigung, minutenlang auch ohne Worte auf der Bühne. Cheryl arbeitet in einer Organisation, die Selbstverteidigungs-DVD’s herausgibt. Durch die geordneten Kämpfe nähern sich beide aber sogar eher einander. Es kommt Bewegung in ihr Verhältnis. Sie mögen sich immer mehr. Es wird Liebe. Cheryl lernt Liebe wieder kennen. Dann bekommt Clee auch noch ein Kind. Cheryl findet dabei große staunende Liebe zu Jack -, so nennt Clee ihr Kind. Sie verliert Clee aber letztlich an eine Freundin von Clee, Rachel. Clee ist ausgezogen. Kurze Enttäuschung. Cheryl behält allerdings das Kind von Clee. Und macht sich im Angesicht des Kindes Gedanken über das Leben! Cheryl kommt so schließlich wieder selber zu Facetten des Lebens, die sie gar nicht mehr oder noch nicht kannte. Das pralle Leben kommt über Cheryl. Sie hat es wieder an der Backe.

Schön und zum ganzen Bild (und zur Inszenierung) wunderbar passend  ist dann etwa der Schluss des Stückes: Cheryl und Clee schweben über der Bühne, es winkt ein „Astronaut“ ins Publikum, irgendwie ein Sinnbild für den erwachsenen Jack – der auch am Ende des Buches erscheint – und uns alle. Die Umsetzung des Buches wird ebenso passend durch die Musik von Brandy Butler und den Einsatz von Videoaufnahmen durch Rebecca Meining ergänzt.

Mein einziger Punkt: Cheryls viele wechselnden Stationen durch all das könnten für den Zuschauer m. E. sogar irgendwie noch etwas deutlicher werden. Schade, dass etwa der durchaus wichtige Moment, in dem Clee und Cheryl sich küssen, ganz hinten auf der tiefen Bühne stattfindet. Fast versteckt. Aber da gibt es nichts zu verstecken.

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BUCH: Joseph Roth, Radetzkymarsch

Wieder etwas gelesen. Nachts oft. Joseph Roth’s Roman Radetzkymarsch, den ich meinem Sohn Carlos zu Weihnachten geschenkt hatte. Die Zeit vor dem 1. Weltkrieg, also eigentlich gar nicht so lange her. Das kann doch nicht schaden, denke ich, wenn man als junger Mann auch etwas aus dieser Zeit erfährt. Ich habe natürlich wieder nachgesehen, was Dieter Wunderlich in seiner Besprechung unter http://www.dieterwunderlich.de dazu schreibt: „Ein trauriger, hoffnungsloser Abgesang, ein kunstvoll formuliertes Requiem auf den Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn und dessen Gesellschaft„. Was hat Dieter Wunderlich nicht alles gelesen und treffend dargestellt und beurteilt!

Sprachlich und von den einzelnen Schilderungen her gesehen ist der Roman schon recht antiquiert, aber historisch interessant. Joseph Roth hatte den Roman ab Herbst 1930 bei Freunden (u. a. Stefan Zweig) und in Hotels in Frankfurt a.M., Berlin, Paris, Baden-Baden und Antibes geschrieben. Die Arbeit konnte 1932 abgeschlossen werden.

In einer drei Generationen umspannenden Familiengeschichte veranschaulicht Joseph Roth, wie die k-und-k-Monarchie mit ihren Traditionen langsam zerfällt. Bis zum Ausbruch des I. Weltkrieges. Joseph Trotta Freiherr von Sipolje symbolisiert die eine tragende Säule der überkommenen Gesellschaft: das Militär. Sein Sohn Franz als Bezirkshauptmann die andere Säule: das kaiserliche Beamtentum. Der Enkel des „Helden von Solferino“ wiederum profitiert zwar noch vom Schutz des alten Systems, aber er ist nicht mehr in der Lage, sich damit zu identifizieren. Er will das Militär verlassen, steckt aber fest. Zwar merkt er, dass die Zukunft neuen Kräften gehört, aber er ist durch seine Erziehung noch sehr der Vergangenheit verhaftet.

Unter dem Titel „Die Kapuzinergruft“ veröffentlichte Joseph Roth übrigens 1938 eine Fortsetzung seines Romans „Radetzkymarsch“.

MUSIK DER WOCHE – Pink/Janis Joplin

Von Janis Joplin hatte ich schon einmal das Lied Me and Bobby McGee gebracht. Anlässlich des Filmes, der damals über sie in den Kinos lief. Ich bringe den Song jetzt noch einmal. In einer ganz anderen Aufnahme. Pink singt ihn. Schön zu sehen, mit welcher Freude an dem Lied Pink das Lied singt. Anders als Janis Joplin, da klang es etwas trauriger. Es geht ja auch darum, dass sie Bobby McGee, mit dem sie auf einer Reise ist, verliert. Entweder wirklich auf der Reise oder im Leben (durch Drogen?). Tragische Kernpassage des Songs:

„One day up near Salinas, Lord, I let him slip away
He’s lookin‘ for that home and I hope he finds it
Well, I’d trade all my tomorrows for one single yesterday
To be holdin‘ Bobby’s body next to mine“

 

BUCH: Zeruya Shalev – Schmerz

Ein kürzlich gelesenes Buch sei erwähnt: Von Zeruya Shalev der Roman Schmerz. Bekannt geworden ist Zeruya Shalev davor durch den Roman „Liebesleben“, den ersten Teil einer Trilogie über das moderne Liebesleben. Shalev ist eine israelitische Schriftstellerin, geboren im Kibbuz am See Genezareth in Galiläa. Shalevs durchaus intensive Erzählungen spielen auch in Israel.

Ich würde das Buch „Schmerz“ mit der Note 2-3 unter „gute Bücher“ einordnen. Ein interessanter Schreibstil. Thematisch geht es darum, dass eine Frau nach vielen Jahren der Ehe ihre große Jugendliebe wiedertrifft und merkt, dass sie zu ihm muss. Es ist eine Familiengeschichte, in der Ordnung und Chaos nebeneinanderstehen, alles gerät ja aus den Fugen. Sie verheimlicht ihre Treffen mit der großen Liebe, macht sich aber natürlich Gedanken. Dass Iris – die Protagonistin – vor langer Zeit nicht nur physisch bei einem Attentat,  sondern auch psychisch durch das unverständliche Scheitern dieser Jugendliebe verletzt wurde, wirkt bei ihr noch immer nach. Sowohl in der Familie, als auch in Bezug auf die Jugendliebe. Es kommt dann hinzu, dass sie ihre Tochter in Gefahr wähnt und sich darauf konzentriert, ihr zu helfen. In diesem Kontext geht es in „Schmerz“ um ihre Befürchtungen, Fürsorge, Kontrolle und eben um die große Liebe, die alles verändern würde.

 

POLITIK: Zeit zu handeln – eine neue Partei entsteht

Ich bin im Blog zumeist mit „ernsthaften“, nicht unbedingt „komischen“ Themen befasst. Obwohl ich selber gerne humorvoll lebe und Humor klar bevorzuge. Ich bin kein Schwarzmaler. Aber die Ideen des Kunstbetriebs reizen mich eben, das Theater besonders. Und dabei sind dann für mich die Verbindungen der „Kultur“ zu aktuellen politischen, gesellschaftlichen Themen reizvoll. Das ist eben Thema des Blogs. Letztens etwa folgende zwei „Pole“:

Zum einen: Ich war am Samstag im Residenztheater (München), „Die Troerinnen“ von Euripides in einer Fassung von Jean-Paul Sartre wurde gebracht. Eine biedere, langweilige Inszenierung. Im Programmheft aber fand ich einen Satz von Hekabe, der Königin des zerstörten Troja, interessant:

Es gibt keine schlimmere Lüge als das Glück.

Man starrt geblendet auf den äußeren Schein und sieht nicht das Ungeheuer,

das sich dahinter verbirgt.“

So, und schon war eine Verbindung da. Denn auch politisch – national und international – kann man ja wohl kaum sagen, dass alles bestens steht, auch wenn wir hier in unseren Sphären wahrlich insgesamt im Glück zu leben scheinen. Man will jedenfalls gerne so tun, als wäre doch alles bestens.

Und so kommt der zweite Pol, der politische Pol, ins Spiel: In Bayern sind – trotz des Anscheins unseres Glücks – gerade zwei hoch engagierte Personen die Initiatoren einer Idee, die eine Parteigründung zum Ziel hat. Eine neue Partei, die derzeit noch unter dem Motto „Zeit zu handeln“ erste Stimmungen sammelt. Nach einem Motto, das viele Menschen spüren: „So kann es nicht weiter gehen!“ Einen Namen hat die Partei noch nicht.

Am Donnerstag, 13.05.2017, war das allererste Treffen interessierter Personen in einem vollbesetzten Saal im Münchner Hofbräukeller (nicht: „Hofbräuhaus“!). Auch mich hat es interessiert.

Die beiden Initiatoren: Claudia Stamm und Stephan Lessenich: Claudia Stamm hat vor kurzem die GRÜNEN verlassen. Sie war Mitarbeiterin einer NGO, Hospitantin beim Bayerischen Rundfunk, 9 Jahre lang freie Mitarbeiterin beim BR, 2009 für die Grünen in den Landtag gekommen, Sprecherin für Haushalt und Jugend und queer- und gleichstellungspolitische Themen. Stephan Lessenich war zehn Jahre lang an der Universität Göttingen, 2004 Soziologieprofessur in Jena, seit 2014 an der LMU München, Direktor des Instituts für Soziologie, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von attac Deutschland und des Netzwerks Grundeinkommen, einer der Sprecher des Kuratoriums des Instituts Solidarische Moderne. Er hatte vor einigen Monaten sein Buch „Neben uns die Sintflut“ vorgestellt. Wo? Natürlich in den Münchener Kammerspielen, der Kreis schließt sich wieder. Siehe dazu meine Blogbeiträge vom 16. und 21. Oktober 2016.             ).

Es war eine Ansammlung von engagierten Menschen, die in vielen Details mit den politischen Entwicklungen, die sich – vielleicht besonders in Bayern? – seit einiger Zeit langsam einschleichen, unzufrieden sind. Viele Probleme wurden angesprochen, soziale Brennpunkte, ökologische Probleme, Probleme der Flüchtlingshilfe. Ein Kernsatz wäre: Die Politik und unser gesellschaftliches Miteinander lässt mehr und mehr die Menschenwürde aus den Augen!

Mal sehen, wie es weitergeht! Mein erster Eindruck:

– Natürlich hat fast jeder Mensch seine Probleme. Viel wurde angesprochen. Das allein ist noch kein Grund für eine neue Partei. Aber viele haben in diesen Zeiten den Eindruck, dass viele Themen und wesentliche Werte einfach auf der Strecke bleiben! Dass sich da „etwas verändert“. Das wiederum, finde ich, kann doch ein Grund für eine neue Partei sein.
– Den Initiatoren geht es wohl derzeit erst einmal darum, die bestehende Unzufriedenheit vieler Menschen zu sammeln, zu spüren, zu hören. Und dann wird es wohl darum gehen, vermute ich, diese Unzufriedenheit in ein letztlich nach vorne gerichtetes Programm umzusetzen und in einer Partei, die zunächst in Bayern Stimme zeigen würde, zu kanalisieren. Eine große Aufgabe. Es geht ja, denke ich, nicht darum, allein eine „Partei der Unzufriedenen“ zu gründen, die anderen Menschen Vorwürfe macht. Es geht hoffentlich um eine Partei, die bestimmte untergehende Werte betonen will, neue Ansätze zeigen will etc. Sozial, ökologisch, international. Da ist ja viel zu tun! Ich nenne es zurzeit „NEUES DENKEN“. Man kann mit den Wörtern NEUES DENKEN schön spielen: „NEUES denken“ oder „neues DENKEN“, je nach Betonung.

Ich werde weiter berichten. Mitmachen, sich rühren, Interesse bekunden!

Hier der Link zur Website der Initiative: Zeitzuhandeln

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MUSIK DER WOCHE – Rolling Stones/Bono/Fergie

Ein aus Versehen zu früh freigeschalteter Blogbeitrag. Der andere war so kurz an erster Stelle!

Ein wunderbarer Song: Die Rolling Stones:Gimme Shelter“ in einem tollen Livemitschnitt. Bono/U2, Fergie (von den Black Eyed Peas) und Mick Jagger spielen bzw. singen. Klasse ist schon allein, wie Bono am Anfang (nach 52 Sekunden der Aufnahme) plötzlich loslegt und dann mit dem Rhythmus im Blut Mick Jagger zappelnd und beschwingt auf die Bühne kommt. Ich habe ja einige Livemitschnitte des Songs gehört und finde, dass Mick Jagger den Song zuletzt immer besser singt, je älter er wird. Unglaublich, seine Power! Auch seine Aktivitäten auf der Bühne! Aber auch die Power von Fergie, die noch dazu ja irre gut aussieht und eine tolle Stimme hat. It’s just a shot away! It’s just a kiss away!

Die Lyrics:

Come on, oh, a storm is threat’ning my very life today
If I don’t get some shelter, oh yeah, I’m gonna fade away
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
Ooh, see the fire is sweepin‘ our very street today
Burns like a red coal carpet, mad bull lost its way
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
Rape, murder! It’s just a shot away, it’s just a shot away
Rape, murder yeah! It’s just a shot away, it’s just a shot away
Rape, murder! It’s just a shot away, it’s just a shot away yeah
The floods is threat’ning my very life today
Gimme, gimme shelter or I’m gonna fade away
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
It’s just a shot away, it’s just a shot away …
I tell you love, sister, it’s just a kiss away
I tell you love, sister, it’s just a kiss away
It’s just a kiss away, it’s just a kiss away, it’s just a kiss away …

 

POLITIK und NEWS: New York Times International Weekly

BEACHTEN: Die vorherigen Blogbeiträge bleiben natürlich allesamt sehr ansehenswert bzw. anhörenswert. Sehr. Einfach auf der Startseite runterscrollen. Es geht nur momentan recht schnell.

Ein aktuelles Thema habe ich heute wieder aufgeschnappt und mich ein wenig informiert. Wie komme ich auf das Thema? Warum kümmert es mich? Weil ich in diesem Blog  ja über all die (kulturellen, politischen) Dinge schreibe, mit denen ich eben etwas mehr „in Berührung komme“. Und weil ich meine kleinen Erkenntnisse dann gerne auch anderen zur Verfügung stelle. Viele haben ja etwas weniger Zeit als ich.

In New York fand am Montag, den 10.04.2017, die Verleihung des Pulitzer-Preises statt. Drei Preise gab es für die New York Times. Wir sind nicht in einer Phase des Niedergangs des Journalismus, sondern mitten in einer Revolution“, hatte Mike Pride, der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums, gesagt. Wohl auch angesichts des aktuellen Themas „Fake News“.

Zu meiner erwähnten „Berührung“ mit dem Thema: Jeden Donnerstag findet sich in der Süddeutschen Zeitung eine internationale Ausgabe der New York Times (New York Times International Weekly). Liberal und kritisch. Und mitunter erfrischend andere Themen und Darstellungen, andere Blickwinkel. Donald Trump twitterte zwar kürzlich, die New York Times sei – neben anderen Medienhäusern – ein „Feind des amerikanischen Volkes„. Ist aber im Gegenteil vielleicht für kritischen Journalismus gar nicht einmal das Schlechteste, wenn Donald Trump so etwas sagt, es fördert damit ja geradezu kritischen Journalismus. Was ja nicht gleichzusetzen ist mit unwahrer Schwarzmalerei, was er vielleicht unterstellt. Ich lese die New York Times International Weekly im übrigen auch schon wegen des Englischen gerne. Eine schöne Herausforderung manchmal angesichts der Journalistensprache, nicht immer leicht.

Also wieder einmal über den „Tellerrand“ schauen, bevor der Tellerrand immer höher wird und man seinen kleinen Teller – so voll er auch sein mag – allzu wichtig findet! So wichtig der eigene kleine Teller natürlich AUCH sein mag!

Der Pulitzer-Preis jedenfalls ist nach dem Verleger Joseph Pulitzer benannt und wird seit etwas mehr als 100 Jahren verliehen. Er ist „einer der renommiertesten Journalisten-Preise“ für amerikanische Aktivitäten. In diesem Jahr wurde er wieder in 14 journalistischen Bereichen und in einzelnen Bereichen der Kategorien Literatur, Theater, Musik verliehen.

Ein Pulitzer-Preis ging an die New York Times für eine Reportage über die Bemühungen Moskaus, die Macht Russlands im Ausland auszuweiten. Ein weiterer Preis für den NYT – Fotografen Daniel Berehulak, der Gewalt im Antidrogenkampf auf den Philippinen dokumentierte. Und für C.J. Chivers von der NYT gab es die Auszeichnung, für seinen Beitrag über einen Afghanistan-Veteranen, der unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt.

Soweit man Wikipedia glauben kann, gilt im übrigen Folgendes zur New York Times:

  • Die New York Times wird als linksliberale Zeitung eingeordnet.
  • Mit derzeit etwa 1200 redaktionellen Mitarbeitern verfügt die New York Times immerhin über die größte Zeitungsredaktion der USA.
  • Die New York Times ist außerdem die Zeitung mit den meisten Pulitzer-Preisen (über 120) und den meisten Online-Lesern (über 30 Millionen Besucher pro Monat, Daten von 2010) in den USA.
  • Größte Anteilseignerin des Verlags ist die Familie Ochs Sulzberger. Arthur Ochs Sulzberger jr. ist derzeit der Herausgeber der Zeitung. Er ist Nachfahre des ehemaligen Eigentümers Apolph Ochs (Eigentümer ab 1896). Der mexikanische Milliardär Carlos Slim hält 16,8 Prozent des Unternehmens und ist der größte externe Anteilseigner. Viel Kapital war eben wegen des branchenweiten Anzeigenschwundes nötig.

Das waren meine Bemühungen zur New York Times. Also Donnerstags die SZ.

MUSIK DER WOCHE – Bob Dylan

Bob Dylan hat in Stockholm nun doch den Literaturnobelpreis – auf seinen Wunsch unter Ausschluss der Öffentlichkeit! – entgegengenommen. Letzte Woche, am Samstag; den 01.04.2017, überreichte die Jury dem Musiker die Auszeichnung für seine Songliteratur. Am Abend gab er dort noch ein schon länger geplantes Konzert.

Er wird übrigens jetzt im April im Rahmen seiner Tournee für fünf Konzerte in Deutschland zu Gast sein! In Hamburg (11. April), Lingen (12. April), Düsseldorf (13. April), Frankfurt (25. April) und Hannover (26. April). Auf seiner „Never Ending Tour“.

Hier der Song „Knocking On Heavens Door„. Sprachlich ist das schon klasse! Das harte Knocking (hartes „kn“, hartes „ock“) – man hört es fast Klopfen – und das weiche Heavens Door (weiches „h“, weiches „d“, weiches „ea“, weiches „oo“). Man hat geradezu ein Bild vor Augen. Also ganz ehrlich, ich hätte es nicht besser gekonnt!

Der Song passt auch zum letzten Blogpost (siehe vorherigen Blogbeitrag): Der „Weg in den Tod“ und Betrachtungen dazu. In der Form eines „Installationstheaters“ an den Münchner Kammerspielen, wo derzeit das Stück „Die Selbstmord-Schwestern“ von Jeffrey Eugendes „gebracht“ wird bzw. Anlass für die Installation ist. Aber das wusste Bob Dylan damals höchstwahrscheinlich noch nicht. Weder dass das Stück gebracht wird, noch dass ich im Blog darüber schreibe.

Um das Preisgeld für den Literaturnobelpreis – acht Millionen schwedischen Kronen (rund 838.000 Euro)! – behalten zu dürfen, muss Bob Dylan innerhalb eines halben Jahres nach der Feier die traditionelle Nobelvorlesung halten. Die kann er auch als Video einreichen, bis zum 10. Juni bleibt ihm Zeit. Eine aufgenommene Version kann dann auch zu einem späteren Zeitpunkt gesendet werden.

Hier der Song. Nächtes Mal kommt ausnahmsweise noch ein Song von Bob Dylan.