GEDACHTES: Reality

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Ich befinde mich immer ganz gerne zwischen gut und böse, zwischen schön und nicht schön, ernst und nicht ernst. Man sollte doch seine Position nicht allzu ernst nehmen. So ist es ja auch immer wieder im Theater. Immer wieder Neues ausprobieren, kritisch sein, Bekanntes nicht automatisch für  gut befinden, etwas versuchen. Die Münchner Kammerspiele machen das ganz schön, brauchen vielleicht aber sogar eine noch schärfere Ausrichtung, klarere Konturen, um verstanden zu werden. Sie wollen jedenfalls nicht gefällig sein. Und das in München! Und ab und zu hier im Blog ein Stück Musik, damit nicht doch alles zu ernst wird.

Ich bin letztens auf das obige Foto gestoßen (Hoffentlich kann ich es so verwenden, aber es war schon in Facebook). Es zeigt viel vom Leben, es zeigt eigentlich alles vom Leben! Es zeigt eigentlich überhaupt das Leben. Was jeder Mensch ganz grundsätzlich mit sich trägt, daher bringe ich es hier. THERE’S SOMETHING TERRIBLE ABOUT REALITY AND I DON’T KNOW WHAT. NOBODY TELLS ME. Sie, dieses schöne Mädchen – ihr zarter Blick – ihre Traurigkeit – aber zugleich ihre Schönheit – aber sie stellt fest: SOMETHING TERRIBLE ABOUT REALITY – sie weiß aber nicht, was es ist! – und niemand kann ihr helfen – warum sagt es niemand – weiß es jemand? Etwa die Umwelt als ganz „reelles“ Beispiel: Da droht etwas zu kommen, Klimawandel etc., aber wir wissen es nicht ganz genau. Aber es ist doch alles so schön! So soll es doch bleiben! Aber Schönheit alleine ist eingebildet. Das könnten wir uns in der westlichen Welt etwa auch ab und zu sagen. Schönheit ist bequem. Aber plötzlich bemerkt sie ihre Traurigkeit. Jetzt ist sie am Leben dran. Die Umwelt ist ja nur ein Thema. Man könnte ganz grundsätzlich viel darüber philosophieren (ich bin kein Philosoph).  Soviel in einem Bild und einer Aussage! Schön!

 

 

 

 

 

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MUSIK: Simply Red – If You Don’t Know Me By Now

 

Heute die britische Band Simply Red mit If You Don’t Know Me By Now. Ich greife gerne mal, wenn nicht gerade etwas anderes auffällt, zu Klassikern, die man doch recht selten hört. Soft, aber gut, finde ich. Man kann es einfach mal laufen lassen und an die damalige Zeit denken. Der Bandname Simply Red bezieht sich übrigens wohl auf den Spitznamen des Sängers Mick Hucknall, der wegen seiner roten Haare schon in der Schule Red genannt wurde. Manche sehen den Namen auch als Anspielung auf Hucknalls Leidenschaft für die Fußballmannschaft Manchester United, deren Vereinsfarbe rot ist. 2016 gab es eine biuslang letzte Open Air Tour der Band. Vielleicht kommt sie ja mal wieder.

Die lyrics:

If you don’t know me by now
You will never never never know me
All the things
That we’ve been through
You should understand me
Like I understand you
Now girl I know the difference
Between right and wrong
I ain’t gonna do nothing
To break up our happy home
Don’t get so excited
When I come home
A little late at night
Cos we only act like children
When we argue fuss and fight

If you don’t know me by now
You will never never never know me

We’ve all got our
Own funny moods
I’ve got mine
Woman you’ve got yours too
Just trust in me like I trust in you
As long as we’ve been together
It should be so easy to do
Just get yourself together

Or we might as well say goodbye
What good is a love affair
When you can’t see eye to eye
If you don’t know me by now
You will never
Never never know me

 

 

FESTIVAL: Wilde Möhre

Es gibt ein Lebensgefühl, das man als Erwachsener gar nicht mehr hat. Eines mit vielleicht besseren Ideen. Idealistischer wahrscheinlich. Nicht so festgeschraubt. Schade fast, dass es keine reine U 30 – Partei gibt, jetzt zur Bundestagswahl. Wäre interessant. Es ist oft auch nur gut, wenn wir – die Alten – die Jugend nicht immer in unsere strikte Welt ziehen. Bei aller Tradition etc.

Etwa das jährlich stattfindende, wohl für Insider aller Art sehr schöne Festival „Wilde Möhre“. Was und wie es ist, zeigt das Aftermovie, das ich hier bringe (unten). In der Nähe eines Ortes namens Göritz im hohen Norden Deutschlands findet es statt. Es scheint bei weitem nicht nur um Musik zu gehen, etwa wie bei „Rock am Ring“, wo schon der Titel des Festivals auf Musik hinweist. Es geht, scheint mir, für alle um ein Feeling, um Kennenlernen, Mitmachen, Initiativen, viel Ökologie, viel Musik etc. Warum „Wilde Möhre“? Sie sagen, die namensgebende Pflanze habe sie aufgrund ihrer Struktur inspiriert – besteht sie doch aus vielen kleinen Blüten, die gemeinsam ein Ganzes ergeben. Gleichzeitig symbolisiere sie die Verbundenheit zur Natur und deren Erhalt.

Auf der WEBSITE des Festivals liest man dies und mehr in der Darstellung der Philosophie des Festivals:

Warum wir das Wilde Möhre Festival veranstalten

Vor vielen Jahren kamen wir zum Studieren nach Berlin und fragten uns, was wir mit der frisch gewonnenen Freiheit anfangen und wie wir leben sollten – denn Reflexion über das Leben und die Suche nach einem Sinn waren ständige Begleiter: Wie lebt man ein zufriedenes Leben? Was für ein Mensch möchte ich sein? Wie kann ich meinen Mitmenschen etwas zurück geben? Was bedeutet Freundschaft? Nach welchen Werten sollte man streben?
Beeindruckt von der altruistischen Haltung der Open Air-Veranstalter in Berlin entstand aus dieser Sinnsuche heraus die Idee, selbst Musik unter freiem Himmel zu zelebrieren. Dabei begeisterte uns vor Allem die Vorstellung, ein gemeinsames Erlebnis für Jeden zu erschaffen – egal welchen Alters, Geschlechts oder Hautfarbe, kostenlos und für jeden zugänglich.

Mit wachsender Beliebtheit wurden die Partys schnell größer und im Winter machten wir in vielen Berliner Clubs weiter. Doch wir wollten nicht einfach nur Party und Exzess, sondern gleichzeitig etwas Sinnstiftendes anbieten, etwas, das uns und Andere zum Nachdenken anregte. Angefangen mit einer ausgefallenen Veranstaltungsreihe im Brunnen 70 brachten wir also Party mit kulturellem Angebot zusammen, um dem destruktiven Charakter des Feierns vorzubeugen: Theater, Poetry Slams, Filme und Workshops gehören dabei für uns zu den notwendigen Inspirationsquellen. Über mehrere Jahre versuchten wir, den Exzess mit Denkanstößen zu verbinden und fanden an vielen Orten tolle Erlebnisse – doch richtig zufrieden waren wir nie. Denn während das Feiern für uns lange Zeit eine sinnstiftende und lehrreiche Entwicklung bedeutete, waren wir gleichzeitig frustriert über die Schattenseiten des Berliner Nachtlebens. Langsam aber stetig keimte also in uns der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem wir sämtliche unserer Ideale verwirklichen konnten. Wir wollten einen Ort im Herzen der Natur schaffen, an dem sich jeder abseits von den unwirklichen Ansprüchen unserer Gesellschaft individuell selbst finden kann, an dem er Ausgelassenheit mit Entspannung und Inspiration verknüpfen kann; einen Ort, an dem die Liebe jeden Besucher vom richtigen Handeln überzeugt und der als Blaupause für ein gutes Miteinander verstanden werden kann.

Gleich nach der ersten Veranstaltung mussten wir uns eingestehen, dass ein solcher Ort und ein solches Unterfangen nicht ohne den permanenten Einsatz eines größeren Teams erhalten werden kann. Der Grundstein war gelegt, als Gruppe nicht mehr nur Utopien am Wochenende zu erschaffen, sondern eine langfristige, nachhaltige und wertebasierte Unternehmung aufzubauen. Die Idee der Wilden Möhre war geboren, wobei uns die namensgebende Pflanze aufgrund ihrer Struktur inspiriert hat – besteht sie doch aus vielen kleinen Blüten, die gemeinsam ein Ganzes ergeben. Gleichzeitig symbolisiert sie die Verbundenheit zur Natur und deren Erhalt. Die Gruppe um die Wilde Möhre versteht sich als sich stetig weiterentwickelnde Institution, die sich ihrer eigenen Fehler bewusst ist. Unser Anspruch ist ein ganzheitliches, faires und klimafreundlich Festival, bei dem die Bedürfnisse aller Beteiligten gleichermaßen berücksichtigt werden: Gäste, Künstler, Betreiber, Anwohner und nicht zuletzt die Umwelt. Diesem Anspruch, den wir als „möhrekonformes Handeln“ zusammenfassen, fühlen wir uns verpflichtet und nähern uns Jahr für Jahr mit großer Anstrengung diesem Ideal. Dabei sind wir keine geschlossene Gruppe, sondern eine sich stetig erweiternde Lebensidee, die über die Möhre hinweg Kollektive und Einzelkämpfer unterstützt.

Es gibt auch dieses Jahr wieder ein schönes Aftermovie zum Festival 2017. Anschauen, anhören! Von der jungen Produktionsfirma locolor. Find ich gut.

Aftermovie

SOMMER: Toskana

So ein schöner Flecken Erde! Die Toskana. Gut, wenn man länger hier ist, wird deutlich, wie verheerend die Lage ist. Es gibt etwa keine Hochhäuser! Ich gehe manchmal einfach ganz nah an irgendein Haus ran und blicke nach oben. Dann wirkt es schon ganz anders.

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Oder: Seit mehr als zwei Wochen bin ich hier: Ich habe ehrlich gesagt noch nicht eine einzige Ampel gesehen! Und das nicht etwa, weil ich mit dem Traktor auf dem Feld umhertuckern würde. Aber auch da gibt es eine Lösung: Ich halte ab und zu an Kreuzungen an und denke mir: Hier könnte man auch mal die grüne Welle einführen. Und bin ziemlich sauer.

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Dafür sind die Italiener Meister im Bau von heftigen Bodenwellen auf den Straßen! Es schüttelt einen hin und her. Das können Sie perfekt! Ist sicher nicht leicht! Verlegen sie Baumstämme unter dem  Teer? Sie sind aber sehr fair. Je nach Stärke der eingerichteten Bodenwelle – vielleicht auch je nach Dauer der Baumaßnahmen – warnen sie mit Verkehrsschildern. Wenn es sich um nichts besonders raffinierte Wellen handelt, dann warnen sie so:

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Und wenn es heftiger wird, was sie so gebaut haben, wird es so:

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Dann gibt es noch dieses manchmal schön versteckte Schild, wobei mir nicht ganz klar ist, worin der Unterschied zu den anderen beiden liegt. Die Spezialisten werden es wissen.

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Und es gibt keine Staus! Manchmal stelle ich mich hinter parkende Autos und tue so, als wäre es ein Stau! Eine gute halbe Stunde stehe ich dann, bis ich mich schwarzärgere, dass es nicht vorangeht.

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Ich fahre manchmal durch die Gegend und begegne in 10 Minuten vielleicht zehn Autos! Ist das nicht trostlos? Ich fahre dann manchmal an Tankstellen, an denen Autos stehen, auch wenn ich garnicht tanken muss. Auch weil es dann so schön nach Abgasen riecht. Diesel am besten. Und weil dort sicher in irgendeiner Ecke der Fernseher läuft.

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Sie schütten einen Marktplatz mit Sand zu, weil in einer Woche ein Pferderennen stattfinden wird! Das wäre bei uns doch garnicht genehmigungsfähig! Aber da drücke ich gerne ein Auge zu!

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Man muss sich nur zu helfen wissen. Dann kann man es hier sehr sehr gut aushalten in einer der schönsten Ecken der Toskana. Und überhaupt: Diese nach allen Richtungen ausbalancierten, völlig wellenlosen Straßen in unseren Gefilden sind langweiliger!