THEATER: Milo Rau

Milo Rau (*1977 in Bern, gerade mal 40 Jahre alt!) ist momentan DIE Figur der deutschsprachigen Theaterszene. Es geht bei ihm mit irrer Schaffenskraft um POLITISCHES THEATER. Auch an den Münchner Kammerspielen steht eine Premiere an: Das Stück Die 120 Tage von Sodom gibt es an den MÜNCHNER KAMMERSPIELEN im Rahmen des Spielart Festivals nur kurz, und zwar am 29. und 30.10.2017, zu sehen.
Ich lese: Er studierte Soziologie, Romanistik und Germanistik in Paris, Berlin und Zürich. Seit 2002 veröffentlichte er über 50 Theaterstücke, Filme, Bücher und Aktionen, die an allen großen internationalen Festivals zu sehen waren, u. a. am Theatertreffen Berlin, Festival d’Avignon, Biennale Teatro die Venezia, Wiener Festwochen und Kunstenfestival Brüssel und durch über 30 Länder weltweit tourten. Zuletzt wurde er mit der Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik 2017 und dem ITI-Preis zum Welttheatertag 2016 geehrt. Nach Theaterkünstlern wie Frank Castorf, Pina Bausch, George Tabori, Heiner Goebbels oder Christoph Marthaler ist er der bisher jüngste Träger des renommierten Theaterpreises.

»Five Easy Pieces« wurde 2017 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Ich habe das beeindruckende Stück gesehen und HIER darüber berichtet. Ab der Saison 2018/19 übernimmt Er die Direktion des Nationaltheaters in Gent.

Allein zurzeit bzw. in Kürze laufen – soweit mir bekannt – an den deutschsprachigen Bühnen folgende Stücke/Aktionen von ihm:
Five Easy Pieces in den Sophiensaelen, Berlin
Die 120 Tage von Sodom eben in Kürze an den Münchner Kammerspielen/lief bereits im Schauspielhaus Zürich
Lenin (HIER) ganz aktuell an der Berliner Schaubühne
General Assembly in Kürze an der Berliner Schaubühne mit Übertragung an das Thalia Theater in Hamburg
Start des Films Das Kongo Tribunal am 16.11.2017
Diskussion zum Film Das Kongo Tribunal im Münchner Residenztheater am 19.11.2017

 

Angekündigt ist außerdem am Residenztheater München für den 1. Februar 2018 die Uraufführung von Jeanne d’Arc.

Alles kreist bei Milo Rau um das von ihm im Jahre 2007 gegründete IIPM, das International Institute of Political Murder, mit Sitz in der Schweiz und in Deutschland. Es ist seine „Produktionsgesellschaft für Theater, Film und Soziale Plastik“ und kümmert sich um die Produktionen und internationalen Verwertungen seiner Theaterinszenierungen, Aktionen und Filme. Man liest auf der Website des IIPM:

Die bisherigen Produktionen des IIPM stießen international auf große Resonanz und stehen für eine neue, dokumentarisch und ästhetisch verdichtete Form politischer Kunst – „Real-Theater“, wie Alexander Kluge Milo Raus Ästhetik einmal nannte. Seit 2007 hat das IIPM mehr als 50 Theaterinszenierungen, Filme, Bücher, Ausstellungen und Aktionen realisiert. 

Die Stücke des IIPM tourten durch bisher über 30 Länder und wurden an alle bedeutenden internationalen Festivals eingeladen.  Bisherige Projekt- und Essaybände des IIPM wurden mehrfach aufgelegt („Die letzten Tage der Ceausescus“, 2010), von der Bundeszentrale für Politische Bildung als Schulbücher nachgedruckt („Hate Radio“, 2014) und von der taz zum „Buch des Jahres“ gewählt („Was tun? Kritik der postmodernen Vernunft“, 2013). Für 2017 entstehen der ästhetiktheoretische Band „Wiederholung und Ekstase“ (Diaphanes Verlag, Abschlussband zu einem Forschungsprojekt, das das IIPM an der Zürcher Hochschule der Künste zum Realismus in den Künsten durchführte), die beiden Projektbände „Das Kongo Tribunal“ und „1917“ (beide Verbrecher Verlag) sowie das Manifest „Die Rückeroberung der Zukunft“ (Rowohlt Verlag).“

Beispielsweise zum GENERAL ASSEMBLY, das vom 3. bis 5. November in Berlin stattfinden wird, heißt es:

Im Juli diesen Jahres hat sich der G20-Gipfel in Hamburg mit wichtigen internationalen Fragen auseinandergesetzt. Diesen Fragen stellt sich, heißt es, das Weltparlament von Milo Rau. Dabei sprechen diejenigen, die in der globalen Realität von Politik und Ökonomie nicht repräsentiert werden, die keine Stimme haben: Arbeitsmigranten, deren Kinder und Nachgeborene, Kriegsopfer, Textil- und Minenarbeiter, Kleinbauern, Wirtschafts- und Klimaflüchtlinge, Opfer des sich anbahnenden Ökozids. Vom 3. bis 5. November versammeln sich 60 Abgeordnete aus der ganzen Welt in der Schaubühne Berlin, begleitet von einer Gruppe internationaler politischer Beobachter: Achille Mbembe, Can Dündar, Chantal Mouffe, Ulrike Guérot, Jean Ziegler, Armen Avanessian, Wolfgang Kaleck, Harald Welzer,(u.a) zu Plenarsitzungen mit folgendem Programm:

3. November 2017: Konstituierende Sitzung

4. November 2017: 1. Plenarsitzung: Diplomatische Beziehungen, Sanktionen und Kriege; 2. Plenarsitzung: Die Regulierungen der globalen Wirtschaft; 3. Plenarsitzung: Migration und Grenzregime

5. November 2017: 4. Plenarsitzung: Cultural Global Commons; 5. Plenarsitzung: Natural Global Commons; Schlusssitzung

 

Also: Wer in Berlin oder Hamburg ist …

(Copyright des Blogbildes: re alliance/ZB)

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