POLITIK: Kulturelle Teilhabe

Im aktuellen Beitrag über den Ballettabend im Bayerischen Nationaltheater (Anna Karenina, HIER der link) hatte ich geschrieben, auch solche kulturellen Erlebnisse sollten eigentlich nicht nur Wohlhabenden offen stehen. Kunst sollte nicht elitär sein. Um diesen Ansatz nicht ganz verpuffen zu lassen, schlage ich heute noch einmal in diese Kerbe:  HIER der link zu einem engagierten Gespräch vom 27.06.2017 mit dem Intendanten des Schauspiels am Dortmunder Theater, Kay Voges, über kulturelle Teilhabe. Es gälte,

… Wege zu finden, Teilhabe an der Kultur für jedermann zu ermöglichen„,

sagte er in einem Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur. Zu schade: Auf dem letztjährigen Theatertreffen war Borderline Prozession, ein sehr besonderes Stück des Theatermachers Kay Voges, neben Pfusch von Herbert Fritsch das einzige Stück der 10er-Auswahl, das ich nicht sehen konnte.

Kay Voges sagt auch:

Ich könnte mir vorstellen, dass alle Hartz-IV-Empfänger eigentlich eine Freikarte in der Tasche haben müssen und sagen, ich kann, so oft ich möchte ins Theater gehen, ins Konzert gehen, ins Ballett gehen, in die Oper gehen, in die Bücherei gehen, das ist mein Recht. Wenn ich nicht so viel habe, dass ich mir es leisten kann, dann darf ich da auch kostenlos herein.

Oder:

„.. ich glaube, Mündigkeit ist ja so eins der großen Ideale und etwas, was so notwendig ist in Zeiten von schnellen Antworten oder von Populismus, wo nicht mehr eine Differenzierung stattfindet. Und ich glaube, das Theater ist genau der Ort, an dem diese Mündigkeit gelernt werden kann, wo wir nicht ein Klischee oder eine Parole präsentiert bekommen, sondern wo auf einmal Debatten stattfinden, wo verschiedene Perspektiven aufgezählt werden können, wo ich als Zuschauer mich in verschiedene Rollen und in verschiedene Antworten hineinversetzen kann und dadurch Mündigkeit erlernen kann.

Ich finde, das hat Berechtigung. Kunst ist für alle wichtig! Zumindest ein nicht zu kleines Kontingent derartiger Freikarten sollte es geben. Ich muss mich allerdings erst einmal erkundigen, wie es derzeit gehandhabt wird. In München etwa gibt es so etwas wie den München-Pass, der in diese Richtung geht. Man weiß es nur kaum.

Wie läuft es in anderen Städten? Schreibt es mir bitte! Oben rechts auf die Sprechblase klicken.

 

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ENDE 2017

Stay with your feet on the ground, but keep reaching for the stars!

Ich erinnere mich: Casey Kasem, Moderator der „American Top 40“ auf AFN Radio. Er beendete seine wöchentliche Radiosendung mit diesem Satz. Von 1970 bis 2004 moderierte er die Musiksendung, die weltweit Beachtung fand. Ich erinnere mich auch an seine Rubrik „Long Distance Dedication“, die innerhalb dieser „American Top 40“ gebracht wurde. Voneinander entfernt wohnende Liebende hatten Gelegenheit, sich mit einem Musikwunsch zu grüßen.

SCHNELL GEDACHTES: Politik

Ein paar aktuelle schnelle Gedanken: Die so genannten Sondierungsbemühungen in Berlin sind beendet.

Meine unmaßgebliche Meinung: Es ist Horst Seehofer, der letztlich Frau Merkel in den vergangenen Jahren Stück für Stück zerstört hat! Bis hin zur Regierungsunfähigkeit! Wenn der Knackpunkt – wie man hört – die Migrationspolitik war, dann, denke ich, war es doch wohl die CSU, die wahrscheinlich ganz strikt ihre Obergrenze brauchte. Wegen Seehofer!

Er musste stur bleiben. Weil er immer gesagt hat, eine Regierung ohne Obergrenze werde es nicht geben. Da wollte er jetzt besonders hart bleiben, vermute ich. Ich glaube, die FDP dagegen hätte es – da sie nicht einen solchen „Heimatdruck“ (Bayerns CSU) hat –  durchaus zu einer Lösung kommen lassen. Auch die CDU aus sich heraus! Horst Seehofer musste aber wohl den Familiennachzug für die CSU verhindern. Trotz des C im Namen CSU! Und obwohl die CSU die kleinste der Koalitionspartner gewesen wäre! Bei mageren 6 Prozent bundesweit, also knapp über der 5-Prozent-Hürde! Und obwohl es eine humanitäre Aufgabe wäre! Und obwohl man über die paar Nachzügler garnicht reden müsste! Anstatt die Integration zu fördern, DARÜBER hätten sie reden sollen! Aber Herr Seehofeer kann ja jetzt wieder zu seiner Frau fahren!

Horst Seehofer macht m. E. keine Politik, sondern Politikzerstörung. In Bayern und bundesweit! Purer Egoismus und die völlig festgefahrene Ansicht, dass seine Partei mit einer Obergrenze für die Landtagswahlen in Bayern besser gerüstet wäre. So ein verantwortungsloser Quatsch!

Gut, auch Frau Merkel muss jetzt erkennen, dass der Wähler ihr bei der Bundestagswahl zu wenige Stimmen gegeben hat! Sie steht ohne Mehrheit da! Es ist auch ihre Niederlage! Also vielleicht Neuwahlen, ok!

Auch Nikolaus Blome, stellvertretender Chefredakteur der bekanntermaßen konservativen BILD, schreibt in einem ERSTEN KOMMENTAR:

„Das große, christliche Herz vor allem der CSU, es ist klein und hart geworden.

Auch wenn die knappe Million Flüchtlinge im Jahr 2015 zu viel auf einmal waren – die 50 000 bis 60 000 überwiegend Frauen und Kinder, um die es am Ende noch ging, sind zu wenig. Zu wenig, um das wichtigste Land Europas ohne Regierung zu lassen.“

 

 

SCHNELL GEDACHTES: mut in Bayern

Ich hatte es schon einmal erwähnt: Es gibt eine neue Partei in Bayern: mut. Finde ich interessant! „Es ist Zeit zu handeln“ war zu Beginn vor vier Monaten Slogan der Initiative. Mittlerweile gibt es den Parteinamen „mut“. Gut, wir leben im wunderbaren Bayern oder wunderbaren Deutschland. Aber viele Menschen sehen, dass es „so nicht weitergeht“. Der Wohnungsmarkt, Fragen zur Flüchtlingssituation, die soziale Schere, Sozialberufe, Pflegedienst, Klimaschutz, Kohleausstieg, Tierhaltung, Umweltschutz etc. Die Liste ist lang. Es gibt viele Punkte, die einmal neu gedacht und bearbeitet werden könnten. Mich interessiert vor allem, ob und wie es gelingen kann, Themen wirklich mit neuen Ansätzen anzugehen. Ich verfolge die Aktivitäten der neuen Partei mut und bin Mitglied geworden. Es geht darum, bestimmte Werte nicht mehr und mehr verkommen zu lassen. Die WERTE der Partei sind Schutz der Bürgerrechte/Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit, gesellschaftliche Vielfalt, ökologische Transformation und nachhaltige Friedenssicherung/Asyl und Migration. Wen es auch interessiert, der findet hier die Kopie des letzten Mitgliederschreibens und oben den Link auf die Website der Partei. Es sind sicherlich Themen, die nicht nur Bayern betreffen.

Die Sondierungsgespräche in Berlin steuern ja auch nicht gerade auf klare Ergebnisse zu. Mal sehen.

 

Liebe Mitglieder,

neben unseren vielfältigen Aktivitäten, zuletzt z.B. der mut-Regionalkonferenz in Bamberg am 22. Oktober und der Mahnwache vor dem dortigen Aufnahme- und Abschiebelager für Geflüchtete am selben Tag, haben wir uns am letzten Oktober-Wochenende ein wenig Zeit genommen, um uns über Inhalte und Strategien mit Blick auf die bayerische Landtagswahl 2018 auszutauschen.

Im Zentrum der Diskussionen stand dabei neben organisatorischen Fragen insbesondere die Auswahl inhaltlicher Schwerpunktthemen für das kommende Jahr. Wichtig erschien uns dabei, dass wir uns im Wahljahr auf einige wenige inhaltliche Schwerpunkte konzentrieren. Auf der Klausur haben wir uns darauf geeinigt, dass wir neben einer menschenwürdigen Politik von A bis Z (Asyl bis Zuwanderung) vor allen Dingen auch die Problematik des Wohnens und der Wohnungspolitik in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken wollen, die nicht nur in den bayerischen Städten, sondern auch im ländlichen Raum immer drängender wird. Zudem wollen wir Fragen der Kinderarmut thematisieren sowie, als einen konkreten Reformbaustein, die Diskussion um die Gemeinschaftsschule konsequent vorantreiben. Natürlich gibt es Querschnittsthemen, die immer eine Rolle spielen werden – schon aus dem Selbstverständnis von mut, wie etwa das der fraglosen Anerkennung der vielfältigen Lebensentwürfe in unserer Gesellschaft. Und es gibt selbstverständlich weitere Fragen, auf die wir eine Antwort haben müssen, wie die der Energieversorgung in Bayern, die wir neben unseren aktiven Schwerpunkten systematisch weiterverfolgen werden.

All diese Fragen wollen wir immer vor dem Hintergrund unserer programmatischen Eckpunkte thematisieren und ausbuchstabieren: Die unbedingte, unteilbare und gleiche Achtung der Würde und der Rechte aller Menschen ist unsere oberste Leitlinie, ganz gleich ob es um Wohnungs- oder Schulpolitik oder jede andere Frage gesellschaftlicher Gestaltung geht.

Nach wie vor suchen wir dabei engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die mit mut nach Veränderung streben. Um bei den Landtagswahlen mit Erfolgsaussichten antreten zu können, brauchen wir Aktive, Mitglieder und Organisationsstrukturen in ganz Bayern – noch aber gibt es einige mutlose Flecken auf der bayerischen Landkarte. Wir möchten Euch daher ermutigen, Euch nach wie vor oder auch noch mehr als bislang bei uns einzubringen. Anbei findet Ihr eine Liste mit Themen – wir bitten Euch anzukreuzen, wo Ihr Euch gern einbringen würdet. Und überlegt doch bitte ganz konkret, wo Ihr Menschen kennt, die Ihr für die Ideen von mut gewinnen könnt. Für die Wahl werden wir nicht nur in allen Regierungsbezirken des Freistaats, sondern auch möglichst in allen Stimmkreisen Präsenz zeigen müssen – nicht zuletzt mit Menschen, die für mut kandidieren wollen. Also macht mit, sprecht andere an, meldet Euch bei uns, bringt Euch ein! Gemeinsam können wir es schaffen, im nächsten Landtag eine lautstarke Stimme für Menschenwürde zu sein.

Herzliche Grüße

       Stephan für den Vorstand

SCHNELL GEDACHTES

Schnelle Blogbeiträge, spontane Gedanken, aktuell, generell, nicht aktuell, speziell, mal sehen. Kommentare sind willkommen, ich antworte auch nicht, versprochen! Vielleicht mache ich es künftig öfters so.

Wir haben die Bundestagswahl überstanden. Eine meiner Überlegungen:

Die Medien (vor allem das Fernsehen):

Haben nicht auch die Medien eine Mitschuld an Politikverdrossenheit? Ich sehe das Aufkommen der AfD auch als Folge einer Verdrossenheit. 2/3 Protestwähler! Aber es gibt ja unabhängig davon einige, die sagen, es müsse sich ohnehin Einiges ändern. Man sollte z. B. durchaus kritisch mit den Medien umgehen. Viele Medienvertreter, auch oder gerade in den Talkshows, die uns Tag für Tag durch die politischen Themen führen, werden erstaunlicherweise nie kritisiert. Von wem auch? Von sich selbst?

Sie haben irre Einfluss auf die öffentliche Diskussion. So auch etwa jetzt nach der Bundestagswahl. Ich finde, einige der Journalisten sind offenbar zunehmend eingebildet. Sie lenken die Politiker, die sie befragen, letztlich in eine bestimmte Richtung. Und gute Diskussionskultur? Naja! Mich wundert es, dass kein Parteivertreter einmal gegen diese teilweise wundersamen Fragen der Journalisten angeht, d.h. eine Antwort verweigert, kontert o.ä. Beispielsweise das Thema der Koalitionsverhandlungen: Es werden uns jetzt automatisch die schwierigen Kontroversen zwischen den Grünen, der FDP und der Union aufgezeigt. Das ist schön und gut, aber es wird m. E. vergessen und einfach überspielt, dass die Politiker Respekt haben können und müssen vor der getroffenen Wahl der Bürger. Dass sie sich bemühen müssen, einen Kompromiss für eine Mehrheit zu finden. Dass sie das vielleicht auch sehen, aber einfach nicht ausdrücken können. Genau das müsste aber auch einmal zum Ausdruck gebracht werden. Die Politiker werden sofort in die Befragung zu den so gravierenden Unterschieden der Parteien getrieben! Und im übrigen heißt es: Kampf gegen die AfD, obwohl man sieht, dass fast Zweidrittel der AfD-Wähler Protestwähler waren. Auch das kann zu Politikverdrossenheit führen. Mit Verschulden der fragenden Journalisten! Es wird nur vermittelt, dass schwere und kompromisslose Koalitionsverhandlungen zu führen sind. „Wie soll das denn gutgehen„, heißt es! Vor der Wahl hieß es eher noch: „Naja, groß sind die Unterschiede der (großen) Parteien garnicht! So ein langweiliger Wahlkampf

Politikverdrossenheit wird auch durch die Medien gefördert, ist mein Eindruck! Ich kann diese Talkshows und Interviews manchmal kaum ertragen!

Das tolle Foto für den Blogbeitrag ist übrigens von Gregor Kuhlmann, mehr dazu HIER.