THEATER und MUSIK: Florence and The Machine – Various Storms and Saints

Der Blogbericht und die Musik unten gehen zurück auf die Inszenierung „Juliet & Romeo“ in den Kammerspielen. Eine Inszenierung des US-Amerikaners Trajal Harell. Ich hatte es schon gesehen, HIER mein damaliger Blogbericht. Ich habe es ein zweites Mal angesehen, wie so oft. Theaterstücke zweimal anzusehen kann ich empfehlen! Es müsste ein vergünstigtes Angebot zum Kauf von Karten zweier Aufführungen desselben Stückes geben! Einmal ansehen ist oft nur halb ansehen!

Juliet & Romeo geht zurück auf Romeo und Julia von Shakespeare. Die Inszenierung von Trajal Harell ist ein Extrakt der Geschichte um Romeo und Julia. Es geht nicht um die altbekannte Geschichte: Romeo flieht nach der Ermordung des Cousins von Julia, Tybald, nach Mantua, Julia soll verheiratet werden, nimmt einen Schlaftrunk, stellt sich tot, jemand berichtet Romeo fälschlicherweise, Julia sei tatsächlich gestorben. Romeo eilt zurück und bringt sich angesichts seiner Liebe und Trauer um Julia um, Julia wacht wieder auf, tötet sich daraufhin auch angesichts des Todes von Romeo. Im Zentrum der Aufführung von Trajal Harell steht die Trauer. Die Trauer und Erinnerung von Julias Amme. Alles ist nur noch Erinnerung. Die Bühne zeigt am Boden zwei tiefergelegte Gräber, eines in mattten Blautönen, eines in matten Rottönen. Mehr ist nicht auf der Bühne. Das „Geschehen“ der Inszenierung findet um die Gräber herum statt. Trajal Harell selbst spielt die Amme. Im Zentrum der Trauer steht ein Tanz von Trajal Harell, untermalt von der Musik, die ich hier bringe: Florence and The Machine mit Various Storms and Saints. Zugegeben kein lustiges Lied. Trajal Harell drückt in wunderbaren Bewegungen sitzend Trauer, Verzweiflung und Hilflosigkeit aus. Das muss man erst einmal schaffen!

Shakespeares Drama ist für Harrell initiierendes Sprungbrett für sein Unterfangen. Harells Trauer – als Amme – befasst sich grundsätzlich mit dem Tod und der Erinnerung. In der modernen Zeit findet er einen Ansatz in Fashion Shows, ebenfalls Sinnbild für Vergänglichkeit. Und überall spielt der Tod hinein. Wir können uns noch so sehr präsentieren, gegeneinander kämpfen etc., schön machen, behaupten: Der Tod spielt überall mit. Haltung und Formgebung bleiben letztlich sinnlos. Erstmals arbeitet Trajal Harell mit Schauspielern. Ein weiterer Eindruck: Trajal Harell vereint am Rande der Bühne eine Art Gesamtschmerz in sich, ein Schmerz, der die Welt regiert, der auch heute gegenwärtig ist. Dessen wir uns auch immer bewusst sein müssen. Die anderen Mitwirkenden, allesamt mänliche Tänzer und Schauspieler, zeigen dagegen Konkreteres. Sie deuten Motive aus Romeo & Julia an, sie deuten das Verhalten von Models auf Fashion Shows an. Sie zeigen Trauer, aber die konkretere Trauer von Romeo und Julia. Sehr beeindruckend die Szene, in der Thomas Hauser in langen Zügen Julias Trauer und Selbstmord zeigt! Dass keine weiblichen Tänzerinnen/Schauspielerinnen mitwirken, passt gut, um dem Stück nicht zu nahe zu kommen.

Zwei der acht Mitwirkenden sind Schauspieler der Kammerspiele, Thomas Hauser und Damian Rebgetz.

Zum Video: Der Song beginnt nach 50 Sekunden! HIER der Songtext. Es ist wahrlich kein einfacher Text. Er wird Passendes ausdrücken! Ich werde ihn mehrfach lesen müssen.

Von meinem iPhone gesendet

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MUSIK: Amy Winehouse – „I love you more than you’ll ever know“ und „Wake Up Alone“

Die phantastische Amy Winehouse wurde nur knapp 28 Jahre alt! Sie wurde am 14. September 1983 in Southgate, London, geboren und starb am 23. Juli 2011 in Camden, London. Ich bringe unten zwei Songs, einen ganzen Abend könnte ich mit ihrer Musik gestalten. I love you more than you’ll ever know und Wake Up Alone.

Sie hätte mehr verdient gehabt: Nach ihrem internationalen Durchbruch hatte sie mit Drogenmissbrauch und mit psychischen Problemen zu kämpfen. Mitschuld an ihrer Drogensucht wurde entsetzlicherweise ihrem Ehemann Blake Fielder-Civil zugeschrieben, mit dem sie 2007 bis 2009 verheiratet war. Er gestand sogar, sie an harte Drogen herangeführt zu haben und sie daran gehindert zu haben, eine Entziehungskur zu machen. Man sieht ihn, Blake Fielder-Civil, in der Sequenz 0:42 des Videos zu Wake Up Alone. Amy Winehouse schaut erst längere Zeit auf den Balkon – die Hand zum Schutz gegen die Lichtstrahler über den Augen. Und dann sagt sie zu ihm in dieser Sequenz sogar: „I love you!“. Man kann es ihren Lippen ablesen!

Von 2007 bis Ende 2008 litt sie außerdem an Bulimie, die durch die Drogensucht ausgelöst worden war. Erst als sie sich Ende 2008 von Blake Fielder-Civil getrennt hatte, gelang es ihr, von den harten Drogen loszukommen. Sie hatte aber wiederum Alkoholprobleme, die sich während ihrer Engiftung verschlimmerten! Am 23. Juli 2011 ist sie an einer Alkoholvergiftung mit 4,16 Promille im Blut (!) tot aufgefunden worden. Sie wurde auf dem Edgwarebury Jewish Cemetery im London Borough of Barnet, einem nördlichen Stadtbezirk von London, beigesetzt.

 

MUSIK: Lady Gaga – Million Reasons

Ihre Stimme ist einfach gut! Daher hier auch einmal ein Song von ihr – ein recht ruhiger Song. Sorry, es ist simpler Pop, nichts Besonderes, aber für meine Party jetzt auch mal ganz gut! „Ladies and Gentlemen, the incredible Lady Gaga“ mit Million Reasons. Und das Video: Kleider machen Leute!

Wikipedia sagt: Sie wurde am 28. März 1986 als Stefani Joanne Angelina Germanotta in New York geboren, ist Golden Globe- und sechsfache Grammy-Preisträgerin. Mit dem Debütalbum „The Fame“ gelang ihr 2008 der internationale Durchbruch. Sie zählt mit über 150 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Künstlern der Gegenwart.

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MUSIK: Kinks – Lola

Die Musik, die ich hier bringe, hat natürlich auch manchen Erinnerungswert. Nicht immer, aber oft. So etwa SIMPLE MINDS, Don’t you (forget about me). Freunde werden dieses Lied immer mit mir verbinden. Es wird heute noch angestimmt, wenn es um meine schäbige Vergangenheit geht. Es war ein wunderbares Studienjahr in Lausanne. Heute „Lola“ von den Kinks. Auch dort spielen sie rein, meine Erinnerungen. Im Sommer, in meiner Kindheit und Jugendzeit, verbrachten wir jedes Jahr drei/vier Wochen auf Sylt, dieser trostlosen Insel, diesem deutschen Problemviertel. Ich mit den Eltern und den beiden Geschwistern, Bruder und Schwester. Es war jedes Jahr großer Sommerurlaub. Angereist kamen wir mit dem irgendwie finanzierten Auto. Wir, die kleinen Kinder, lagen damals tatsächlich noch unangeschnallt hinten: Einer auf der Fensterablage, einer auf der Rücksitzbank, einer im Fußbereich (!). Ich sehe mich noch im Fußbereich – die Mittelverstrebung störte immer. Ich erinnere mich gut. Wir wohnten in einem der verfallenen, dreckigen, wertlosen Häuschen in Kampen. Eine armselige Hütte. Es gab aber sogar fließend Wasser. Es waren immer wieder schöne Zeiten! Gut, tagsüber lümmelten die armen Menschen am Strand „Buhne 16“ in ihren kaputten und verschmutzten Strandkörben, zerschunden, abgearbeitet, müde, ungewaschen, alkoholisiert, stinkend, krank, verletzt, entstellt. Sie saßen dort und warteten auf nichts. Wünschten sich höchstens, dass der Tag doch bitte so bleibe … oder doch bitte vorübergehe. Manche gingen ins kalte Wasser, auch bei Flut. Und am späten Nachmittag sah man sie dann wieder im Ort. Diese Clochards, die Bettler, diese armen unrasierten Menschen. Sie kannten sich natürlich alle, von irgendwelchen Brücken im Hamburger Hafen wahrscheinlich. Im „Gogärtchen“ standen sie, die Ärgernisse des Tages mit einem Gläschen Champagner oder schon wieder mit einem Drink – am besten mit beidem – herunterspülend. Es war so traurig. Abends und nachts, nachdem sie mit ihren zerkratzten, verbeulten und überall klappernden Lamborghinis oder Porsches in ihre erbärmlichen, dem Verfall preisgegebenen, mit altem Reet notdürftig gedeckten Hütten in Kampen/Wattseite gerumpelt waren, kamen einige wieder. In das Kamp Huis etwa, schräg gegenüber vom billigen Gogärtchen, in dem erst einmal der Dreck vom späten Nachmittag beseitigt werden musste. Ich glaube es hieß „Kamp Huis“. Dort sah man sie also wieder, die ungepflegten, schmutzigen Clochards, ihre billigen Frauen (oder waren es Nutten?). Sie trugen ihr letztes Hemd, ihre letzte verdreckte und eingerissene Hose, meistens auch völlig abgelatschte, verbrauchte und verdreckte Schuhe. Und dort kam auch dieses Lied von den Kinks, Lola. Ich sehe sie noch auf den wackelnden Tischen herumzappeln, sie ließen sich hemmungslos gehen. Als hätten sie Spaß am Leben. Betrunken grölte man Lola mit. Ich sehe es vor mir. Hier also das Lied:

THEATER: Bertolt Brecht – Trommeln in der Nacht VON Bertold Brecht

Jeder kann doch nur das machen, was er braucht und was er überhaupt kann. Mehr geht nicht. Wir sind keine Übermenschen! So hat es vielleicht auch Bertolt Brecht gesehen, als er für das Stück „Trommeln in der Nacht“ ein Ende gesucht hatte. Es war das zweite Werk des damals 24-Jährigen. Gestern war Premiere in den Kammerspielen,Trommeln in der Nacht“ von Bertolt Brecht. Inszeniert von Christopher Rüping.

Ja, wir können nur das machen, was wir brauchen und können, also schaffen. Wir sind keine Übermenschen! Vielleicht hat Brecht gesehen, dass ein Mann, der nach dem I. Weltkrieg und vier Jahren Kriegsaufenthalt in Afrika nach Hause kommt, nicht gleich an einer Revolution teilnehmen kann. Auch nicht aus Frust. Irgendwo hört es doch auf! Der tot geglaubte Kriegsheimkehrer Andreas Kragler – gespielt von Christian Löber – sucht Halt in seinem Leben. Es hat sich in seiner Abwesenheit alles weiterentwickelt. Er gehört da kaum mehr hin. Er sucht und braucht Vertrautes! Seine Verlobte Anna sollte schon einen Anderen heiraten, sie ist sogar schon schwanger von ihm, er selber galt als tot, erscheint wie eine Leiche auf der Bühne, die Fabrik des Schwiegervaters in spe stellte um auf Kinderwägen. Und er: Vier Jahre Afrika, völlig fertig, zurück in der alten Heimat. Wenn das nicht zu Orientierungslosigkeit führt! So kann es übrigens auch Flüchtlingen gehen, die derzeit hier in Deutschland sind. Andreas Kragler entscheidet sich im Stück „Trommeln in der Nacht“ VON Brecht originalgetreu aber dennoch – Anna kehrt zu ihm zurück – für seine damalige Liebe, für Anna. Ich verstehe diese Variante sehr gut, die Revolution war doch wohl eher etwas für daheim Gebliebene.

Es gibt zwei Versionen der Inszenierung, die künftig abwechselnd gezeigt werden: Einmal „Trommeln in der Nacht“ VON Bertolt Brecht und einmal „Trommeln in der Nacht“ NACH Bertolt Brecht. Die Version Trommeln der Nacht VON Bertolt Brecht ist die von Brecht geschriebene Version. Bertolt Brecht hatte dann jahrelang mit diesem Ende gehadert, mit der Entscheidung für die Liebe und gegen die Revolution.

In der zweiten Version der Inszenierung, „Trommeln in der Nacht“ NACH Bertolt Brecht, wird sich Andreas Kragler anders entscheiden. Was ja zumindest „auch“ im Sinne von Bertolt Brecht sein kann! Er wird sich für die Revolution entscheiden. Ich bin gespannt, am Sonntag Abend ist die Premiere dieser zweiten Inszenierung. Ich werde auch über die zweite Fassung berichten. Brechts Stück sollte ursprünglich „Spartacus“ heißen, da es in der Zeit des Spartacus – Aufstandes nach dem I. Weltkrieg geschrieben war. Das deutet in der Tat auf das Interesse Brechts an der Revolution hin. Obwohl er eben letztlich ein Ende gegen die Revolution gewählt hatte.

Zur Inszenierung: Es ist eine sehr gelungene Inszenierung. Getragen von einem überzeugenden Ensemble. Starke und sehr glaubhaft prägende Bühnenpräsenz haben vor allem Damian Rebgetz (als Journalist Barbusch) und Christian Löber (als Andreas Kragler), auch Wiebke Mollenhauer (als Anna). Es ließe sich so viel dazu sagen. Es gibt so viele Aspekte! Was da alles aus dem Text herausgeholt wird! Allein die Vielschichtigkeit der Inszenierung. Die immer wunderbar zur Brechtschen Zeit passenden Elemente, auch wenn stückchenweise Andeutungen zu modernerer Zeit gebracht werden, wenn etwa Damian Rebgetz „I shot the sheriff“ singt. Oder wenn die Modernität in der späteren Kostümierung und im Bühnenbild (etwa die herabgelassenen Neonröhrenkonstrukte) Einzug erhalten. Bertolt Brecht wurde damit aber, war mein Eindruck, in keiner Weise ausgehebelt. Es bleibt ein Brechtabend.

Zuerst wird man zurückgeführt in den ersten Akt der Inszenierung von 1922. Deutlich ironisch wird im alten Stil gespielt. Die Zeiten im Theater haben sich geändert! Die Uraufführung 1922 fand damals in den Münchner Kammerspielen statt (an anderem Ort). Das gleiche Bühnenbild wurde jetzt rekonstruiert. Dann rutscht man langsam in modernere Zeiten. Dennoch bleibt man voll und ganz im Thema von Bertolt Brecht. Es zerfaselt nicht! Weitere „Schicht“: Der Journalist Barbusch begleitet das Bühnengeschehen in immer wieder anderer Form auf süffisante Art und Weise. Er singt, er beobachtet, er erklärt einer fiktiven Person neben der Bühne den Inhalt. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Inszenierung: Die Einbeziehung des Publikums. Es gelingt, das Publikum nicht beim bloßen Glotzen zu belassen. „Glotzt nicht so romantisch“ hatte Bertolt Brecht schon in seiner Uraufführung 1922 im Foyer der Kammerspiele plakatiert. Auch er richtete sich damit schon an das Publikum. Das Publikum, das auf der Bühne so gerne mit Dramatik, mit Mord und Totschlag amüsiert werden will, wird wachgerüttelt. Christian Löber – unterstützt von weiteren Schauspielern – wendet sich gegen Ende kämpferisch an das Publikum: Sinngemäß: „Nein, wir bieten Euch kein Drama, da müsst ihr schon selber dafür sorgen, wenn sich was ändern soll!“

Die Inszenierung bleibt insgesamt irgendwie nah dran an Bertold Brecht, der vor fast 120 Jahren in Augsburg geboren wurde. Allenfalls etwas ratlos hatte ich die Kammerspiele verlassen. Ich musste die Vielzahl der Aspekte erst einmal verdauen. Aber dafür habe ich ja auch noch die Aufführung der zweiten Versionam Sonntag, die sich nur am Ende von der gestrigen Inszenierung unterscheiden wird.

Wieder einmal sage ich: Hingehen!

MUSIK: Roxette – It must have been love

Achtung! Es kann sein, dass der PC/Laptop zu tropfen anfängt, so triefend kitschig ist das Lied. Bitte etwas unterlegen! Aber es ist live, das ist doch meist etwas besonders. Hier also Roxette mit It must have been love. Es geht eigentlich nach 2:20 Minuten des Videos richtig los. Spätestens dann sollte man also aufhören, zu weinen. Oder anfangen.

MUSIK: Bruce Springsteen – Dancing in the Dark

Den Blog gibt es seit fast zwei Jahren, es begann im Januar 2016. Der dritte damals überhaupt gepostete Musiktitel war der Song „Dancing in the Dark“, gesungen von Amy MacDonald. HIER der link zum damaligen post. Es ist eigentlich ein Bruce-Springsteen-Song. Daher bringe ich hier das Springteen – Original. Beide Interpretationen sind so schön unterschiedlich! Ich empfehle, beide anzuhören! Hier also das Original, Dancing in the Dark von Bruce Springsteen. Schön ist aber auch wieder einmal das Video, es ist ja schon ein paar Jahre her!

 

MUSIK: Chilly Gonzales – Pop Music Masterclass

Hier habe ich etwas Schönes: Ich  bin leider nicht Musiker, habe nie ein Instrument gelernt, finde es aber sehr interessant, wie Chilly Gonzales hier etwa musiktheoretisch wesentliche Charakterzüge des weltbekannten Songs Don’t let me be misunderstood erklärt. Auch andere Songs erklärt er wunderbar in der immer wieder erstaunlichen Reihe „Pop Music Masterclass“. Und er springt in alle möglichen Musikrichtungen, wenn er ein musikalisches Phänomen erklären will. Es lohnt sich, ein paar Videos anzusehen/-hören. Man kann das Video unten einfach weiterlaufen lassen, es öffnen sich einige andere Videos der Reihe von Chilly Gonzales.

 

MUSIK: Simply Red – If You Don’t Know Me By Now

 

Heute die britische Band Simply Red mit If You Don’t Know Me By Now. Ich greife gerne mal, wenn nicht gerade etwas anderes auffällt, zu Klassikern, die man doch recht selten hört. Soft, aber gut, finde ich. Man kann es einfach mal laufen lassen und an die damalige Zeit denken. Der Bandname Simply Red bezieht sich übrigens wohl auf den Spitznamen des Sängers Mick Hucknall, der wegen seiner roten Haare schon in der Schule Red genannt wurde. Manche sehen den Namen auch als Anspielung auf Hucknalls Leidenschaft für die Fußballmannschaft Manchester United, deren Vereinsfarbe rot ist. 2016 gab es eine biuslang letzte Open Air Tour der Band. Vielleicht kommt sie ja mal wieder.

Die lyrics:

If you don’t know me by now
You will never never never know me
All the things
That we’ve been through
You should understand me
Like I understand you
Now girl I know the difference
Between right and wrong
I ain’t gonna do nothing
To break up our happy home
Don’t get so excited
When I come home
A little late at night
Cos we only act like children
When we argue fuss and fight

If you don’t know me by now
You will never never never know me

We’ve all got our
Own funny moods
I’ve got mine
Woman you’ve got yours too
Just trust in me like I trust in you
As long as we’ve been together
It should be so easy to do
Just get yourself together

Or we might as well say goodbye
What good is a love affair
When you can’t see eye to eye
If you don’t know me by now
You will never
Never never know me

 

 

FESTIVAL: Wilde Möhre

Es gibt ein Lebensgefühl, das man als Erwachsener gar nicht mehr hat. Eines mit vielleicht besseren Ideen. Idealistischer wahrscheinlich. Nicht so festgeschraubt. Schade fast, dass es keine reine U 30 – Partei gibt, jetzt zur Bundestagswahl. Wäre interessant. Es ist oft auch nur gut, wenn wir – die Alten – die Jugend nicht immer in unsere strikte Welt ziehen. Bei aller Tradition etc.

Etwa das jährlich stattfindende, wohl für Insider aller Art sehr schöne Festival „Wilde Möhre“. Was und wie es ist, zeigt das Aftermovie, das ich hier bringe (unten). In der Nähe eines Ortes namens Göritz im hohen Norden Deutschlands findet es statt. Es scheint bei weitem nicht nur um Musik zu gehen, etwa wie bei „Rock am Ring“, wo schon der Titel des Festivals auf Musik hinweist. Es geht, scheint mir, für alle um ein Feeling, um Kennenlernen, Mitmachen, Initiativen, viel Ökologie, viel Musik etc. Warum „Wilde Möhre“? Sie sagen, die namensgebende Pflanze habe sie aufgrund ihrer Struktur inspiriert – besteht sie doch aus vielen kleinen Blüten, die gemeinsam ein Ganzes ergeben. Gleichzeitig symbolisiere sie die Verbundenheit zur Natur und deren Erhalt.

Auf der WEBSITE des Festivals liest man dies und mehr in der Darstellung der Philosophie des Festivals:

Warum wir das Wilde Möhre Festival veranstalten

Vor vielen Jahren kamen wir zum Studieren nach Berlin und fragten uns, was wir mit der frisch gewonnenen Freiheit anfangen und wie wir leben sollten – denn Reflexion über das Leben und die Suche nach einem Sinn waren ständige Begleiter: Wie lebt man ein zufriedenes Leben? Was für ein Mensch möchte ich sein? Wie kann ich meinen Mitmenschen etwas zurück geben? Was bedeutet Freundschaft? Nach welchen Werten sollte man streben?
Beeindruckt von der altruistischen Haltung der Open Air-Veranstalter in Berlin entstand aus dieser Sinnsuche heraus die Idee, selbst Musik unter freiem Himmel zu zelebrieren. Dabei begeisterte uns vor Allem die Vorstellung, ein gemeinsames Erlebnis für Jeden zu erschaffen – egal welchen Alters, Geschlechts oder Hautfarbe, kostenlos und für jeden zugänglich.

Mit wachsender Beliebtheit wurden die Partys schnell größer und im Winter machten wir in vielen Berliner Clubs weiter. Doch wir wollten nicht einfach nur Party und Exzess, sondern gleichzeitig etwas Sinnstiftendes anbieten, etwas, das uns und Andere zum Nachdenken anregte. Angefangen mit einer ausgefallenen Veranstaltungsreihe im Brunnen 70 brachten wir also Party mit kulturellem Angebot zusammen, um dem destruktiven Charakter des Feierns vorzubeugen: Theater, Poetry Slams, Filme und Workshops gehören dabei für uns zu den notwendigen Inspirationsquellen. Über mehrere Jahre versuchten wir, den Exzess mit Denkanstößen zu verbinden und fanden an vielen Orten tolle Erlebnisse – doch richtig zufrieden waren wir nie. Denn während das Feiern für uns lange Zeit eine sinnstiftende und lehrreiche Entwicklung bedeutete, waren wir gleichzeitig frustriert über die Schattenseiten des Berliner Nachtlebens. Langsam aber stetig keimte also in uns der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem wir sämtliche unserer Ideale verwirklichen konnten. Wir wollten einen Ort im Herzen der Natur schaffen, an dem sich jeder abseits von den unwirklichen Ansprüchen unserer Gesellschaft individuell selbst finden kann, an dem er Ausgelassenheit mit Entspannung und Inspiration verknüpfen kann; einen Ort, an dem die Liebe jeden Besucher vom richtigen Handeln überzeugt und der als Blaupause für ein gutes Miteinander verstanden werden kann.

Gleich nach der ersten Veranstaltung mussten wir uns eingestehen, dass ein solcher Ort und ein solches Unterfangen nicht ohne den permanenten Einsatz eines größeren Teams erhalten werden kann. Der Grundstein war gelegt, als Gruppe nicht mehr nur Utopien am Wochenende zu erschaffen, sondern eine langfristige, nachhaltige und wertebasierte Unternehmung aufzubauen. Die Idee der Wilden Möhre war geboren, wobei uns die namensgebende Pflanze aufgrund ihrer Struktur inspiriert hat – besteht sie doch aus vielen kleinen Blüten, die gemeinsam ein Ganzes ergeben. Gleichzeitig symbolisiert sie die Verbundenheit zur Natur und deren Erhalt. Die Gruppe um die Wilde Möhre versteht sich als sich stetig weiterentwickelnde Institution, die sich ihrer eigenen Fehler bewusst ist. Unser Anspruch ist ein ganzheitliches, faires und klimafreundlich Festival, bei dem die Bedürfnisse aller Beteiligten gleichermaßen berücksichtigt werden: Gäste, Künstler, Betreiber, Anwohner und nicht zuletzt die Umwelt. Diesem Anspruch, den wir als „möhrekonformes Handeln“ zusammenfassen, fühlen wir uns verpflichtet und nähern uns Jahr für Jahr mit großer Anstrengung diesem Ideal. Dabei sind wir keine geschlossene Gruppe, sondern eine sich stetig erweiternde Lebensidee, die über die Möhre hinweg Kollektive und Einzelkämpfer unterstützt.

Es gibt auch dieses Jahr wieder ein schönes Aftermovie zum Festival 2017. Anschauen, anhören! Von der jungen Produktionsfirma locolor. Find ich gut.

Aftermovie