FILM und MUSIK: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Frances McDormand hat den Oscar 2018 für die beste Hauptdarstellerin bekommen. Sam Rockwell hat den Oscar 2018 für die beste Nebenrolle bekommen. Ich gehe nicht häufig ins Kino, fand beide aber grandios. Ich und mein elitäres Leben mit solchen Dingen! (Ich glaube aber, dass ich kein elitäres Gehabe an den Tag lege!) Beide Schauspieler haben den Oscar für ihre Rollen im Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ bekommen, der derzeit läuft. Ich würde nicht schreiben, wenn ich ihn nicht empfehlen könnte. Es ist ein Film, der vielen gefallen wird, die nicht unbedingt Klamauk sehen wollen.

Es geht im Prinzip, denke ich,  darum: Wie geht man miteinander um? Rücksichtslos? Brutal? Verständnisvoll? Man sieht viele krasse Verhaltensweisen, rüden, selbstherrlichen Umgang miteinander, und nichts kommt voran. Dann am Ende aber zeigt einer der Polizisten Verständnis für die Frau, deren Tochter brutal vergewaltigt und getötet wurde. Es gibt auf Youtube auch Clips, in denen ein Film genauer erklärt wird, muss ich mir mal ansehen, sollte man öfters machen. Etwa DEN HIER, der nach dem Sinn des Endes des Films fragt.

Der Soundtrack des Films war auch für den Oscar 2018 nominiert, hat ihn aber nicht bekommen. Mir hat er sehr gefallen. Verantwortlich für die Musik: Carter Burwell, einige Stücke hat er selbst komponiert.  Er arbeitet viel mit den Coen – Brüdern zusammen, wobei übrigens Joel Coen mit Frances McDormand verheiratet ist!

Also hingehen, ist mein Tip!

Hier ein kurzes, aber schönes Stück des Soundtracks. „Billboards on Fire“ von Carter Burwell:

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THEATER und FILM: Partisan – Frank Castorf

Auf der Biennale wurde der Film „Partisan“ gezeigt. Der Berliner Tagesspiegel schreibt: „Eine pure Hommage. Die Dokumentation „Partisan“ über die Höhen und Tiefen der Ära Castorf an der Volksbühne“. Der Film verdankt seinen Titel einem Zitat von Frank Castorf („Theater ist der letzte Partisan“) und versucht, 25 wildbewegte Jahre in 130 Minuten zu packen.

Die Produktionsfirma solo:film schreibt:

in einer gesellschaft, die sich zunehmend gegenüber neuen denkweisen und ästhetischen grenzüberschreitungen abschottet, sagt frank castorf, sei das theater der letzte partisan. als regisseur und intendant hat castorf die berliner volksbühne seit anfang der 1990er jahre zu solch einem ort des aufbruchs und der avantgarde werden lassen. mit der radikalen reaktion auf gesellschaftliche umbrüche und der erprobung neuer theatermittel wurde die volksbühne zum wichtigsten theater deutschlands mit großer internationaler strahlkraft.

der film begleitet castorf bei seiner abschiedsinszenierung an der volksbühne, dem „faust“, und wirft zugleich einen blick in den maschinenraum dieser theaterfabrik. mitstreiter wie sophie rois, herbert fritsch oder alexander scheer erzählen von den speziellen arbeitszusammenhängen an diesem haus, in news-flashbacks werden besondere momente der letzten 25 jahre wieder lebendig. „partisan“ ist eine hommage an ein theater und sein team, das nun vergangenheit ist, aber als kraftvolles beispiel für ästhetischen eigensinn noch lange nachwirken wird.

Bisher bekannte Vorführungen:

25. februar 2018, 13:00 uhr, cinestar 7

3. märz 2018, 19:30 uhr, babylon kino berlin (mitte)
5. märz 2018, 19:30 uhr, babylon kino berlin (mitte)
10. märz 2018, 19:30 uhr, babylon kino berlin (mitte)

Ich werde beobachten, ob der Film auch an anderen Orten, vor allem München, läuft.

Nachtrag: Ich habe von der Produktionsfirma des Filmes „Partisan“ eine Mitteilung bekommen: der Film wird am 14. Juni 2018 in München im HochX gezeigt!

Hier der TRAILER.

KINO: Julian Rosefeldt – Manifesto

Es gab im vergangenen und im ablaufenden Jahr eine Ausstellung „Manifesto“ mit 12 Videos. Genannt „Kunstinstallation“. Ab 23. November kommt das Ganze im Kino! Die Ausstellung war in Berlin und München zu sehen. In den Videos spielt die australische Schauspielerin Cate Blanchett 13 Rollen. Rollen, in denen sie jeweils nur ein künstlerisches Manifest spricht. Es spielen keine anderen Schauspieler (mit Text). Die Manifeste sind zusammengestellt aus existierenden künstlerischen Manifesten der letzten hundert Jahre zum Thema: Was ist Kunst? Sind die Aussagen in den Manifesten – und hier in den erstelllten „Manifestcollagen“ – heute noch verständlich? Wie hört man sie heute? Gerade dieser Kontrast zwischen den (damaligen) Manifesten und dem heutigen (Alltags-)Leben zeigt sich in den Videos.

Situationismus – Futurismus – Architektur – Blauer Reiter/Expressionismus – Kreationismus – Konstruktivismus – Dada – Surrealismus – Pop Art – Fluxus/Performance – Konzeptkunst/Minimalismus – Film.

HIER ein Interview mit dem Regisseur Julian Rosefeldt.  Der Film lohnt sich schon wegen Cate Blanchetts wirklich außergewöhnlicher Leistung  und wegen der 12 Videos insgesamt. Es heißt: „Eine Hommage an die poetische Sprengkraft der großen Künstlermanifeste der letzten hundert Jahre.“ Diese Sprengkraft wird durch das Gegenüber der Manifesttexte und der modernen Alltagssituationen auf die Spitze getrieben.

Wieder gibt es Querverbindungen: Julian Rosefeldt lernte – so liest man in der ZEIT – Cate Blanchett über THOMAS OSTERMEIER kennen. Thomas Ostermeier ist seit September 1999 Regisseur und Mitglied der Künstlerischen Leitung der SCHAUBÜHNE in Berlin. Er hat z. B: in München an den Kammerspielen das wunderbare Stück SUSN von Herbert Achternbusch inszeniert.

HIER der link zur Website zum Film und HIER der Filmtrailer.

Und hier unten als Beispiel für Cate Blanchetts wirklich beeindruckende Leistung (alles wurde innerhalb von drei – drei! – Tagen gedreht, glaube ich mich zu erinnern) noch ein Bild zu einem der Videos. Ein Bild aus dem Buch zur Ausstellung. Im Buch finden sich alle Manifestcollagen auf Englisch und in einem Beihefter auf Deutsch, plus Aufnahmen und weitere Texte zum Thema. Interessantes Buch, siehe das Blogbild. Es lohnt, erst die Manifestcollagen zu lesen und dann den Film zu sehen!

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Julian Rosefeldt, © Jens Kalaene/dpa/VG Bild-Kunst, Bonn 2017

MUSIK DER WOCHE: Urge Overkill

Girl, you’ll be a woman soon von Urge Overkill, das würde ich jetzt auflegen, auf meiner legendären Party, die irgendwann … irgendwo … mit irgendwem … aus irgendeinem Anlass … stattfinden wird! Ich kann nur raten: Save the – unknown – date!

Im Video sieht man übrigens schöne Szenen aus dem Filmklassiker Pulp Fiction. Auch nicht schlecht. John Travolta spielt da schon sagenhaft cool. Ich frage mich, ob man cooler sein kann (manchmal denke ich aber, „Kuhlmann“ ist auch nicht schlecht!): Der Song ist übrigens, wie ich lese, ein Neil Diamond Cover! Hier:

FILM: Filmfest München 2017

Schön, dass der Tag ungefähr 70 Stunden hat! Das FILMFEST MÜNCHEN findet jetzt wieder statt. Schlapp über 150 Filme werden ab heute bis zum 01. Juli gezeigt. Was soll man bloß dazwischen machen? Die große Leere! Nun gut, ein Eis essen gehen etwa. Ich mache es kurz (mit einigen links): Ich habe zwei Dinge im Programm des Filmfestes entdeckt, die auch diesen Blog betreffen:

  • Man bringt eine Hommage/Retrospektive zu allen Filmen in Regie von Sofia Coppola. Unter anderem wird gezeigt THE VIRGIN SUICIDES. Zu sehen ist der Film am 24.06. um 19.00 oder am 26.06. um 17.30. Ich hatte ja kürzlich im Blog über das Theaterstück DIE SELBSTMORDSCHWESTERN geschrieben. Basis ist das Buch. Übrigens kommt demnächst Jeffrey Eugenides, der das Buch geschrieben hat, zu einem AUTORENGESPRÄCH bei den Kammerspielen vorbei. Bei der Gelegenheit: LOST IN TRANSLATION kommt auch! Auch Regie Sofia Coppola. Wohl eine recht coole Frau. Der Film wird am 25.06. und am 27.06. gezeigt.
  • Der zweite Punkt: Ich bringe ja im Blog gerne Livemitschnitte von Konzerten als Musik der Woche. Das Filmfest lässt sich davon offenbar anstecken und bringt eine Reihe OPEN AIR/LOUD AND FAMOUS. Mit Filmen von Konzerten von Bob Marley, The Doors, Janis Joplin, Falco, Neil Young und andere. Auch nicht schlecht.

So, die kommenden Tage sind vielleicht gerettet.

Schweigeminute

Die Verfilmung des vielleicht schönsten Buches von Siegfried Lenz, „Schweigeminute“, kommt heute abend um 20.15 Uhr im ZDF. Sehenswert. Innerhalb von fünf Monaten wurden mehr als 250 000 Exemplare des Buches verkauft. Der Verlag freute sich: „Bislang hat sich kein Buch von Siegfried Lenz in so kurzer Zeit so gut verkauft, nicht einmal die „Deutschstunde“ (siehe meinen früheren Blogbeitrag).Es ist die Liebesgeschichte eines Schülers und seiner Lehrerin, die nur ein paar Wochen dauerte. Anlässlich der Gedenkfeier für die verstorbene Geliebte erinnert sich der Achtzehnjährige an die gemeinsamen Erlebnisse mit ihr.“Wir haben meinem Freund Siegfried Lenz für ein poetisches Buch zu danken. Vielleicht ist es sein schönstes„, hatte Marcel Reich-Ranicki gesagt.

Schweigeminute - Sommerausgabe

Musiktipp der Woche

Etwas Älteres: Ab Januar diesen Jahres lief der Film Little Blue Girl das filmische Portrait von Janis Joplin. Der Film läuft leider nur noch in wenigen Kinos, kann aber sicher im Internet oder demnächst als DVD beschafft werden. Er zeigt, wie die junge Janis Joplin mehr und mehr vom Erfolg aufgefressen wurde. Sie suchte wohl immer Liebe, was auch in ihren Liedern und ihrem Leben zum Ausdruck kam. Sie fand sie aber nicht. Geboren am 19.01.1943 und gestorben an einer Überdosis Heroin am 04.10.1970. Sie wurde also nur 27 Jahre alt. Sie – scheint es – schlitterte in ihre Karriere. Hier ein Song:

Musiktipp der Woche

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