THEATER: Politik im freien Theater – Tender Provocations of Hope and Fear

Ich glaube, im Rahmen des Festivals „Politik im Freien Theater“ lässt es sich nicht vermeiden, dass ich auch über Dinge berichtet, die gar nicht mehr weiter gezeigt werden. Mache ich eigentlich nicht so gerne. Ich will ja nicht sagen: „Schaut mal, was ich alles mache!“ Ist ja alles schon egozentrisch genug heutzutage! Ich will ja eher kleine Anregungen geben!

Aber zum Beispiel gestern Abend: Tender Provokation of Hope and Fear. Es ist zwar ein „Langzeitprojekt“ von Jessica Huber und James Leadbitter, sie ziehen von Stadt zu Stadt! Aber auf dem Festival „Politik im Freien Theater“ kann man es nicht mehr sehen.

Anregung gab der Abend mit dem Holzhammer! „Ein Abend des Teilhabens“ heißt es im Programm. Aber fürchterliche Anregungen! Man wurde mehrfach konfrontiert mit ganz schlimmen Schicksalen! Etwa Menschen in Indonesien, die – weil sie für psychisch krank und von Dämonen besessen gehalten werden – jahrelang in engsten Käfigen festgekettet leben. Oder liegend und die Beine zwischen Holzstämmen fixiert! Oder wochenlang im Wasser stehend! Oder die Frau im Rollstuhl, Entschuldigung: Man könnte fast sagen äußerlich ein „Klumpen Mensch“, ohne Beine, glaube ich. Sie wird nicht viel eigenständig machen können in ihrem Leben! Das ist nicht abwertend oder böse gemeint! Vielleicht unterschätze ich es auch! Sie liest den Brief eines Menschen vor, zu dem sie engeren Kontakt hatte und der sich zurückzog. Das sind Schicksale! Was denken sich wohl solche Menschen! Und wie gut es einem selber geht! Und wie groß die Spanne der verschiedenen Leben auf der Welt ist! Gut, die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber man kann manche Menschen ja nicht mit ihrer Hoffnung alleine lassen! Schwer, schwer! Politik ist jedenfalls immer auch Teilhabe!

Zwei andere Beiträge habe ich weniger verstanden! Eine behinderte Frau zerrt sich ohne ihren Rollstuhl am Boden schleifend durch Londons Innenstadt. Wo ist da die Hoffnung, wo ist da Angst, habe ich mich gefragt. Sie hat sich freiwillig dieser extremen Situation ausgesetzt.

Und heute Abend gibt es das krasseste Gegenteil! Eine Ballettaufführung im Bayerischen Staatstheater! Aber da kann ich mir natürlich auch nur sagen: Das kann ich nicht!

©️ des Fotos: the vacuum cleaner

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